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Netzwelt

05. Dezember 2016 | 13:43 Uhr

Statt Dropbox & Co : Eigene Cloud – So wird die Datenwolke selbst eingerichtet

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kein Vertrauen in Cloud-Dienstleister wie Dropbox und Co.? Ein eigener Server kann eine Alternative sein. Die Möglichkeiten sind groß, doch auch der Aufwand für Einrichtung und Betrieb sollten nicht unterschätzt werden.

Von nahezu jedem Ort der Welt auf die eigenen Daten zugreifen – die Cloud macht’s möglich. Wer sich dabei nicht auf Marktgrößen von Dropbox, Google & Co verlassen will, kann auch seinen eigene Datenwolke einrichten. Dazu braucht man drei Dinge: Internetzugang, Cloud-Software und Speicherplatz.

Der Mietspeicher ist dann eine Wahl, wenn es schnell gehen soll, flotter Zugang wichtig ist und nicht daheim ständig ein Gerät unter Strom stehen soll. Aber: „Eine höchstmögliche Kontrolle über ihre Daten haben Nutzer da nicht“, sagt Valentina Djordjevic vom Informationsportal irights.info. Wer einen Anbieter mit Serverstandorten in Deutschland wählt, genießt aber höheren Datenschutz als etwa bei Anbietern aus den USA.

Vom Rundum-Sorglos-Paket, bei dem der Anbieter sich um Einrichtung und Administration der Cloud kümmert, bis hin zur reinen Server-Bereitstellung ist alles möglich. „Dabei muss man alles selbst machen“, sagt Oliver Diedrich von der Fachzeitschrift „c’t“ zur letzten Option. Vom Aufspielen der Cloud-Software bis hin zu regelmäßigen Daten-Backups.

Ähnlich verhält es sich, wenn der Cloudserver zu Hause stehen soll: Ein ausrangierter Rechner kann ebenso ein Server sein, wie der Mini-Computer Raspberry Pi, ein NAS-Netzwerkspeicher oder ein Microserver. Nicht nur der Preis ist hier Entscheidungskriterium, sondern auch der Einsatzbereich. Müssen regelmäßig und schnell große Datenmengen abgerufen werden, sind NAS oder Raspberry Pi dem Microserver klar unterlegen. Ein NAS ist eher für den Betrieb im heimischen Netzwerk gedacht, um Bilder, Musik und Filme für alle Geräte im Haushalt bereitzustellen.

Für den eigenen Heimserver empfiehlt Oliver Diedrich Linux als Betriebssystem. „Das ist kostenlos.“ Außerdem braucht man eine Cloud-Software. Zu den bekanntesten zählen Owncloud oder Seafile. Owncloud kann etwa Kalendereinträge synchronisieren und Daten mit anderen Nutzern teilen. Seafile bietet unter anderem Dateiverschlüsselung und Möglichkeiten zum Teilen und gemeinsamen Bearbeiten von Dateien.

Ein großer Nachteil der Heimserver ist die Abhängigkeit von der heimischen Internetverbindung. Die ist in Deutschland oft asymmetrisch und laden Daten schneller aus dem Netz herunter als in die andere Richtung.

Auch um die Sicherheit müssen sich Heimserverbetreiber selber kümmern. „Die Server-Software muss aktuell gehalten werden“, sagt Valentina Djordjevic. Die Datenübertragung muss per Transportverschlüsselung gesichert sein, bestenfalls werden die Daten auch verschlüsselt auf dem Server gespeichert. Der Übergang aus dem Heimnetz ins Internet – meist in Form eines Routers – sollte abgesichert werden. „Dazu gehört, die Firmware des Routers auf dem aktuellen Stand zu halten“, erklärt Tim Griese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik. Nur so bleibt die eigene Cloud auch zu Hause ein sicherer Ort für die Daten.

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