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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 01:12 Uhr

Maas’ Netzwelt : Digital Detox? Ohne mich

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Internet ist angeblich giftig. Es liegt nicht an der Technologie, sondern an uns.

Digital Detox ist unglaublich angesagt. Die Grundidee: Smartphones, Computer und das Internet stressen und vergiften uns – und deshalb müssen wir uns davor schützen. Einen Tag in der Woche oder sogar einen ganzen Urlaub. Digital Detox ist Heilfasten fürs Gehirn. Es soll Menschen geben, die komplett auf ein Smartphone verzichten, immer. Andere schwören auf Apps, die im Alltag beim offline sein helfen. Paradox, aber wahr.

Letztens war der Akku meines Smartphones leer, als ich gerade in Berlin unterwegs war. Ein erzwungenes Detox. Habe ich mich am Ende des Tages entspannter oder freier gefühlt, wie es Gesundheitsgurus gern prophezeien? Nein. Hatte ich Entzugserscheinungen? Auch nicht. Die total überschaubaren Konsequenzen meines Tages ohne Smartphone: Ich musste nach dem Weg fragen und hoffen, dass meine Freunde auch wirklich in diesem Café sitzen und in keinem anderen. Ich konnte nicht wie versprochen mit einer Freundin telefonieren, weil ich natürlich nur noch die Festnetznummer meiner Eltern auswendig kann. Das war alles nicht schlimm. Aber ganz schön unpraktisch. Das Digitale gehört inzwischen fest zu unserer Kultur und unserem Alltag. Das Smartphone ist kein böser Verführer, die sozialen Medien treiben nicht jeden in den Narzissmus, das Internet stresst uns nicht. Das sind wir selbst.

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von
erstellt am 17.Mai.2016 | 17:53 Uhr

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