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Netzwelt

10. Dezember 2016 | 21:32 Uhr

Die Roboter sind unter uns

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ob Paketroboter oder Drohnen: Testphasen zu automatisierten Auslieferungen laufen in Hamburg, USA, Großbritannien und Estland

Die Zukunft hat begonnen: Automatische Auslieferungen nehmen weltweit langsam Form an. In Hamburg werden bald Paketroboter unterwegs sein, Google wird auf einem abgegrenzten Gelände der US-Hochschule Virginia Tech in einer Testphase Essen vom Mexikaner per Flugroboter ausliefern.

Nachdem die Hamburger Behörden nach einem letzten Tüv-Test grünes Licht gegeben haben, können die kantigen Zustell-Roboter schon kommenden Woche in Begleitung eines menschlichen Kollegen ihre Umgebung kennenlernen und abspeichern.

In dieser sogenannten Mapping-Phase baut der Roboter anhand seiner Kameras und Sensoren ein komplexes Landschaftsmodell auf, das später die Basis für ein sicheres Fahren wie auch für die Hinderniserkennung ist. Diese Phase dauert gut zwei Wochen. Pakete werden in dieser Zeit noch nicht transportiert.

Eingesetzt werden nach Auskunft von Hermes-Pressesprecher Ingo Bertram zwei Roboter in Ottensen und eine Woche später ein weiterer in Hamburger Stadtteil Volksdorf.

Erst wenn die neuen Kollegen die zweiwöchigen Erkundungsfahrten halbwegs erfolgreich, unfallfrei und zuverlässig absolviert haben, dürfen sie ab Anfang Oktober die ersten Pakete an registrierte Testkunden zustellen − und selbst dann bleibe das Roboter Fahrzeug stets mit der Zentrale verbunden, wie Hermes versichert.

Die Zustellroboter des Herstellers Starship fahren maximal Schrittgeschwindigkeit und verkehren ausnahmslos auf Fußwegen und anderen, für Fußgänger vorgesehenen Bereichen. Straßen und Radwege werden lediglich zum Kreuzen genutzt. Neben Hamburg testen London, Washington und Tallinn (Estland) derzeit solche Starship-Roboter.

In den USA wird Google seine Lieferdrohnen mit der Zustellung frisch zubereiteter Burritos testen. Auf einem Testgelände soll das Essen von einem „Foodtruck“ zu den Kunden geflogen werden. Es seien Hunderte Flüge über einen Zeitraum von mehreren Tagen geplant, schrieb der Chef des Innovationslabors Google X, Astro Teller. Man wolle dabei mehr über die Organisation von Transporten mit mehreren Drohnen lernen.

Google hatte Drohnen aus seinem „Project Wing“ zunächst 2014 an einer abgelegenen Farm in Australien getestet. Seitdem seien die Fluggeräte und die Software für autonome Steuerung bei Flügen auf privatem Gelände in Kalifornien weiterentwickelt worden, schrieb Teller. Die bisher bekannt gewordenen Google-Drohnen haben Flügel wie Mini-Flugzeuge und können ihre Ladung an einem Seil herunterlassen. Die künftigen „Wing“-Drohnen könnten auch für kurzfristige Warenlieferungen eingesetzt werden. Das ist auch die Vorstellung des Online-Händlers Amazon.

Als Amazon-Chef Jeff Bezos Ende 2013 in einem TV-Interview den Prototypen von Drohnen zur Warenlieferung vorstellte, hielten das viele zunächst für einen Werbe-Gag. Doch Amazon meint es ernst und hat mit „Prime Air“ schon einen Namen für den Service. Zuletzt wurden Testläufe in Großbritannien angekündigt.

Auch Logistiker testen die Drohnen-Zustellung. So hat die Deutsche Post den automatischen „Paketcopter“, der 2014 testweise die Nordseeinsel Juist unter anderem mit Medikamenten versorgte.

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