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Netzwelt

10. Dezember 2016 | 00:22 Uhr

Henckes Netzwelt : Die Entdeckung der Langsamkeit

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Push-Nachrichten, Instant-Article, Liveblogs: Im Netz muss es immer schnell gehen. Oder?

Teilen, twittern, posten, instant hier, Eilmeldung dort: Das Internet ist ein riesiges Nachrichtenportal, in dem sich jeder über das Weltgeschehen informieren kann. Nie haben Nachrichten die Menschen so schnell erreicht. Dass das Internet aber nicht nur Informationsquelle ist, sondern auch entspannend sein kann, zeigen immer häufiger Livestreams in Echtzeit.

Da war zum Beispiel die isländische Band Sigur Ros, die am längsten Tag des Jahres mit musikalischer Untermalung einmal im Auto um die Insel gefahren ist – die Kamera eingeschaltet. Bei Youtube konnten Nutzer sich stundenlang am Bildschirm über die Straßen der Insel bewegen, ohne einen Schritt zu machen. „Slow-TV-Event“ nannte das die Band – langsames TV-Ereignis.

Ein neuer Stream der Non-Profit-Organisation „explore.org“ entführt ebenfalls in Echtzeit in den Katmai-Nationalpark in Alaska, wo die Wanderung der Lachse begonnen hat. Am Bildschirm lassen sich 24 Stunden am Tag Braunbären beim Fischfang beobachten. Wer keine Bären mag, kann sich ebenso Seeadler, Papageientaucher oder Walrosse im Livestream ansehen. Auf „africam.com“ gibt es einen Stream von Elefanten am Wasserloch. Mit dabei ist immer auch ein wenig Spannung: Sind Tiere da, und wenn nicht, wann kommen sie? Und was machen die dann?

Das Internet kann also mehr als nur schnelle Information. Der Zeitvertreib mit der „Bear Cam“ oder anderen Dauerstreams aus der Natur sorgt für echte Entschleunigung – schöner ist es nur im Wald oder am Strand. Da man das nicht immer haben kann, ist es schön, dass – wie die Kollegen von Spiegel Online es ausdrücken – der Tierfilm das Zeitalter des Livestreams erreicht hat.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 11:15 Uhr

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