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Netzwelt

01. Juli 2016 | 10:09 Uhr

Dreyklufts Netzwelt : Der Fall FBI vs. Apple schadet den USA

vom

Deutsche und vor allem Schweizer werben offensiv: Bei uns sind Daten wirklich sicher vor FBI und NSA.

Das FBI behauptet, es habe das iPhone eines Attentäters geknackt. Der Ermittlungsbehörde bleibt damit eine mögliche Niederlage vor Gericht erspart. Die hätte als Präzedenzfall dienen können, dass US-Behörden eben nicht die Hilfe von Herstellern in Anspruch nehmen können, wenn sie an verschlüsselte Daten kommen wollen.

Einigermaßen geschickt hat das FBI das Risiko dieses Falls an Apple zurückgespielt. Denn in den vergangenen Wochen kippte in der US-Öffentlichkeit die Stimmung pro Apple.

Nun verschärft sich ein Problem, das US-Unternehmen im Allgemeinen und Apple im Speziellen haben: Kunden, die Wert auf Datensicherheit legen, haben ein weiteres Argument, US-Firmen nicht zu vertrauen.

Mit diesem Video und diesen Erklärungen beschreibt Gizmodo.com, wie das FBI das iPhone geknackt haben könnte.

Denn Verschlüsselung ist ein Thema, das nicht nur Kriminelle und Terroristen angeht. Menschen haben Privat- und Intimsphäre. Unternehmen haben Geheimnisse, die sie von der Konkurrenz abheben. Dass Wirtschaftsspionage keine theoretische Überlegung ist, zeigen die sogenannten Selektoren, mit denen die NSA am Frankfurter Internetknotenpunkt Daten danach aussortieren ließ, ob sie sich auf EADS oder Eurocopter beziehen.

Apple hat sich in den vergangenen Jahren bei seinen Kunden mit dem Argument hervorgetan, die Datenschutzbedürfnisse seiner Kunden ernst zu nehmen. Die iPhone-Firma setze sich damit im Wettbewerb bewusst etwa vom Android-Betreiber Google ab, der Daten für sein werbefokussiertes Geschäftsmodell braucht. Dass Google-Chef Eric Schmidt Apple sehr ernst nahm, zeigt sich 2014, als er ernsthaft behauptete: „Unsere Systeme sind weitaus sicherer als alle anderen, Apple eingeschlossen.“

Und nun hat Apple ein Problem. Entweder knacken US-Behörden die Sicherheitssperren. Oder es droht doch noch ein Urteil, dass Apple zwingt, die Sperren selbst zu knacken. Dieser Weg bleibt jetzt ausdrücklich offen.

Für europäische Anbieter ist dies eine Chance. Beim Cloud-Computing werben schon einige damit, dass die Server in Deutschland stehen (hier die Website der Initiative „Cloud Made in Germany“). In Sachen Marketing sind Schweizer Unternehmen derzeit aktiver: Die Whatsapp-Alternative Threema und der Mail-Anbieter Protonmail werben beide ganz ungeniert mit Bildern hoher Schweizer Berge, zu denen  FBI und NSA keinen Zutritt haben.

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erstellt am 29.Mär.2016 | 17:46 Uhr

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