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Netzwelt

23. März 2017 | 09:31 Uhr

Christiansens Netzwelt : Clickbaiting – Heute schon veräppelt worden?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Facebook will gegen irreführende Inhalte vorgehen – weil es nervt.

Wurden Sie schon einmal geködert? So richtig fies – mit etwas, das die Erwartungen in die Höhe schnellen lässt, und dann....nichts? Außer Enttäuschung und Leere ob der verschwendeten Euphorie und Zeit. Im Internet gibt es dieses Phänomen unter der Bezeichnung „Clickbaiting“ (deutsch: Klickködern). Mit Überschriften wie „Der Hund bellte den Lieferboten an und dessen Reaktion war unbezahlbar“ und Teasern, in denen versprochen wird: „Bei Nummer 7 werden Sie weinen“, sollen Nutzer zum Anklicken eines Textes, der sie vielleicht eigentlich so gar nicht interessiert, verführt werden. Der Mensch ist neugierig. Funktioniert also. Wenn man aber – weil man entweder so ein harter Typ oder Nummer 7 in dem Artikel weder traurig noch rührend ist – beim Lesen nicht mal feuchte Augen bekommt, dann nerven diese Tricks auf Dauer schon gewaltig.

„Clickbaiting“ ist seit langem ein Riesen-Trend zum generieren von Klicks. Klicks sind die Währung im Netz, sorgen für Bekanntheit der Webseite und sind ein gutes Argument, wenn man sich auf dem Werbemarkt behaupten muss. Nun steht dieses Prinzip auf der Abschussliste. Nicht nur auf meiner persönlichen, sondern auch bei Facebook. Das soziale Netzwerk teilte mit, die Zahl von reißerischen, in die Irre führenden Überschriften reduzieren zu wollen – natürlich mit Hilfe eines Algorithmus (darüber läuft ja heute alles) sollen die sogenannten „Clickbaits“ ausgemacht und in den Nachrichtenfeeds eingedämmt werden. Der Grund: die Nutzer sind genervt und „bevorzugen eindeutige Headlines“, heißt es von Facebook.

Viele, die über diese Nachricht berichten, machen’s bei dieser Meldung selbst: „Wenn Facebook das durchzieht, werden sie dumm aus der Wäsche gucken“, schreibt heise.de, „Sie werden nicht glauben, was Facebook bald tun wird“ die Neue Züricher Zeitung. Der Witz ist zwar erwartbar, aber doch etwas lustig – weil man sich vielleicht alle paar Wochen mal einen Kalauer gönnen können muss. Und weil es bald ja vielleicht nicht mehr geht – zumindest auf Facebook.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 11:40 Uhr

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