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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 20:26 Uhr

FUSSBALL–VIDEDOSPIELE : Bundesliga – Das ewige Spiel mit den Lizenzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Exklusivdeals, Komplettpakete – Deutschland ist ein kurioses Pflaster für Lizenzen, insbesondere wenn es um Sportspiele geht.

Gerade ist Deutschland in die neue Bundesligasaison gestartet – traditionell ist dann auch die neue Fußballspiel-Generation nicht mehr weit. Genauso regelmäßig wie die neuen Sportspiele steht aber auch die alljährliche Diskussion um die Bundesliga-Lizenzen an.

Insbesondere Deutschland ist ein kurioses Pflaster für Lizenzen. Zunächst liegen die Exklusivrechte an der Bundesliga noch bis zur Saison 2017/18 exklusiv beim Hersteller Electronic Arts (EA), wodurch der amerikanische Publisher erstmal ein Komplettpaket besitzt. Einzelne Teams direkt zu lizenzieren ist anderen Mitbewerbern zwar erlaubt, hat aber auch seine Grenzen. „Nach gängiger Rechtsprechung sind mehr als drei Vereine bereits eine Liga“, verrät Hajo Neu, Geschäftsführer der deutschen PR-Firma von Konami. Selbst wenn man also zusätzliche Verhandlungen starten würde, dürfte man die Teams nicht in das Spiel einbauen. Dass es in diesem Jahr einen Wechsel zwischen den Deutschen Teams gibt, liegt an einem frischen Trend bei der Lizenzierung – einem Exklusivdeal.

Insbesondere am Beispiel der beiden deutschen Spitzenklubs kann man aber sehen, dass solch ein Exklusivdeal auch für eine Zwei-Klassen-Gesellschaft sorgt: Auf der einen Seite haben EA und der FC Bayern München bereits Anfang des Monats eine exklusive Zusammenarbeit angekündigt. Die Bayern-Profis werden alle per Bodyscans realistisch ins Spiel gebracht, die Allianz Arena ist Fifa-exklusiv, und wer Pro Evolution Soccer (PES) spielt, muss ab sofort ohne den größten deutschen Klub antreten.

Auf der Gegenseite hat Konami gerade bekanntgegeben, dass man Borussia Dortmund als Exklusivpartner gewonnen hat – nur eben nicht ganz so exklusiv wie EA. Auch hier gibt es das ganze Drumherum wie den Signal-Iduna-Park oder detaillierte Bodyscans – durch die Komplettlizenz bleibt das Team aber Fifa erhalten. Besonders kurios: Durch eine Online-Abstimmung vor wenigen Wochen ist Marco Reus im Dortmundtrikot auf das Cover von Fifa 17 gewählt wurde. Es wird für Konami nicht einfach, den Fans eine exklusive BVB-Partnerschaft zu verkaufen, wenn bei der Konkurrenz ein Dortmund-Spieler auf dem Cover prangt.

Spielerisch sind die beiden Games schon längst auf Augenhöhe. Erwartet man eine gute Ballkontrolle und langsameres Gameplay, sollte man bei PES 2017 hängenbleiben. Für Solisten haben beide Serien sich etwas einfallen lassen – PES mit einem lernenden Computer und EA mit The Journey. Dies soll der erste glaubwürdige und umfangreiche Story-Modus in der Sportspiel-Geschichte werden.

Fans der strategischen Seite des Fußballs kommen in Deutschland schnell an ihre Grenzen. Selbstverständlich sind Managerspiele wie Comunio und Kicker Manager im Netz verfügbar, aber bei größeren Titeln schlägt auch hier der Lizenzdeal zwischen der Deutschen Fußball Liga und EA zu. Dieser umfasst nämlich nicht nur die Rechte für die Simulation von Partien, sondern auch für Managementspiele. So darf Segas international gefeierter Football Manager hierzulande nicht erscheinen, während EA seinem Fußball Manager schon 2013 Adieu gesagt hat.

> PES 17 erscheint am 15. September, Fifa 17 am 27. September.

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erstellt am 29.Aug.2016 | 11:42 Uhr

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