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Dreyklufts Netzwelt : Bootloop-Fehler: LGs Hitzeproblem soll vor Gericht

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Massendefekte bei LG-Handys sorgen für eine Massenklage. Das kann für die Koreaner sehr teuer werden.

Als beim Galaxy Note 7 die Akkus explodierten, dachten viele: Das ist der größte anzunehmende Unfall für einen Handy-Hersteller. Beim kleineren koreanischen Konkurrenten LG explodiert zwar nichts, außer demnächst vielleicht die Kosten. Denn der Hersteller hat sich wegen kaputter Smartphones eine US-Sammelklage gefangen.

Der Reihe nach: Ende 2015 tauchten Fälle auf, bei denen das Modell G4 in einer Endlosschleife ständig neu startete („Bootloop“). Auch das V10 zeigte ein ähnliches Problem, das für Kunden allerdings keins sein sollte, schließlich gibt es ja Garantie.

Dieses Video vom Dezember 2015 demonstriert den Bootloop-Fehler bei einem LG G4

LG räumte auch einen Fehler ein und versprach, ihn auf eigene Kosten zu reparieren. Es handelte sich um einen falsch auf die Hauptplatine gelöteten Prozessor, der sich bei Hitze lösen konnte.

Allerdings gab es weder genug Ersatzteile noch genug Geräte ohne Defekt. Viele Kunden schickten also ihre kaputten Handys an LG zurück – und erhielten laut Klage wieder ein defektes Gerät zurück.

Die Anwälte der Kanzlei Girard Gibbs versuchen offenbar, die Sammelklage möglichst groß zu machen. Neben den Modellen G4 und V10 (ursprüngliche Klage vom 14. März) stehen inzwischen auch das G5, das V20 und das in Zusammenarbeit mit Google vermarktete Nexus 5X in der Klageschrift (hier die erweiterte Version vom 31. März). Aus ursprünglich vier Einzelklägern wurden inzwischen acht. Der Hauptvorwurf: Obwohl der Fehler bekannt war, verkaufte LG die Geräte weiter.

In der Klageschrift wird detailliert beschrieben, wann die Telefone der Kläger kaputt gingen und welche Kosten sie deshalb hatten. Die reichen von einem als Ersatz gekauften iPhone bis hin zum Verlust von persönlichen Fotos und Daten.

Vor allem letzteres kann teuer werden, weil eigentlich durch Geld nicht zu ersetzen. LG muss die Klage ernst nehmen, da wohl mindestens tausende Kunden betroffen sind. Ob sie überhaupt zugelassen wird, werden wir voraussichtlich am 8. Mai wissen. Dann wird Richter Paul L. Abrams laut der Fachwebsite Arstechnica.com die Vertreter von LG anhören.

Anmerkung: Der Autor dieser Zeilen ist Eigentümer eines Nexus 5X von LG. Läuft bislang. Toitoitoi.

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erstellt am 11.Apr.2017 | 21:13 Uhr

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