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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 08:50 Uhr

Hack bei Bitfinex : Bitcoins im hohen Millionenwert gestohlen - Diebe wollen „spenden“

vom

Hacker stehlen Bitcoins im Wert von 70 Millionen Dollar und wollen einen Teil verschenken. Oder ist das Geldwäsche?

Bei einer elektronischen Börse mit Sitz in Hongkong ist die Internet-Kunstwährung Bitcoin im hohen zweistelligen Dollar-Millionenwert gestohlen worden. Nach Medienberichten beträgt der Schaden je nach Umrechnungskurs etwa 70 Millionen US-Dollar. Laut der US-Wirtschaftswebsite Quartz handelt es sich um 119.756 Bitcoins. Diese Zahl sei von der Handelsplattform Bitfinex bestätigt worden. Inzwischen haben mutmaßliche Diebe bekannt gegeben, dass sie 1000 der Bitcoins „spenden“ wollen.

Die Internet-Kunstwährung Bitcoin ist so faszinierend wie umstritten. Ziel ist, eine elektronische Währung zu etablieren, die ein gleiches Maß an Anonymität bietet wie Bargeld. Bitcoin versucht also, den Vorteil von Bargeld (Anonymität) mit dem Vorteil elektronischer Transaktionen (Transaktionsgeschwindigkeit und kein physischer Lagerbedarf) zu kombinieren. Die Währung Bitcoin ist technisch sehr komplex angelegt. Einen schlechten Ruf haben Bitcoins, weil dadurch anonyme Transaktionen von Kriminellen möglich sind.

Der Hack fand bereits am 2. August statt und wurde von Bitfinex noch am gleichen Tag öffentlich gemacht. Der Handel ist nach wie vor unterbrochen. In einem aktuellen Statusbericht gibt die Plattform bekannt, dass Nutzer sich einloggen können, aber weder handeln noch Beträge abziehen können.

Unternehmen wie Bitfinex haben sich darauf spezialisiert, den Handel mit Bitcoins und das Umtauschen in andere Währungen zu ermöglichen. Bitfinex ist laut Quartz die größte Plattform für Transaktionen in US-Dollar.

Nach Bekanntwerden des Diebstahls war der Kurs von Bitcoin gegenüber dem US-Dollar zwischenzeitlich von knapp 600 Dollar auf unter 500 Dollar gefallen. Inzwischen erholte er sich aber wieder auf knapp 590 Dollar. (aktuelle Kurse etwa hier)

Laut der deutschen IT-Website Golem.de hat ein mutmaßlicher Dieb mit dem Pseudonym „rekcahxfb“ angekündigt, 1000 Bitcoins aus der Beute „spenden“ zu wollen. Der fordert angeblich dazu auf, Adressen zu virtuellen Brieftaschen („Bitcoin Wallets“) zu posten. Ein „glücklicher Gewinner“ erhalte dann die 1000 Bitcoins im Wert von rund 590.000 Dollar. „rekcahxfb“ ergibt rückwärts gelesen „bfxhacker“, bfx ist eine Abkürzung für Bitfinex.

Laut einem Posting auf der Website der Sicherheits-Software-Firma Sophos könnte es sich bei der „Spende“ auch um den Versuch handeln, das gestohlene Geld zu „waschen“. Demnach könnten die Diebe ein eigenes Konto posten und sich dann selbst zu den „Gewinnern“ erklären.

Unklar ist, wie viele der gestohlenen Bitcoins sich einzelnen Kundenkonten zuordnen lassen. Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg sollen alle Kunden von Bitfinex 36 Prozent ihrer Einlagen verlieren. Als Kompensation sollen sie „Tokens“ erhalten, die später in Aktien der Bitfinex-Muttergesellschaft iFinex getauscht werden können.

Wie ist Bitcoin-Diebstahl überhaupt möglich?

Laut „bitcoinwiki“ sollten größere Mengen Bitcoin an einem Ort gespeichert werden, der keine Verbindung zum Internet besitzt, also etwa einem Datenspeicher in einem Safe.

Dagegen können Bitcoin auch an Orten gespeichert werden, die eine Verbindung zum Internet haben („hot wallet“). Dadurch sind Abhebungen in Echtzeit möglich, allerdings mit einem Sicherheitsrisiko.

„Größere Bitcoin-Beträge in einem hot wallet zu halten bedeutet ein fundamentales Sicherheitsrisiko. Die meisten, wenn nicht alle, Verluste von Bitcoin durch Angriffe von Hackern in der Geschichte der Bitcoins können auf das Halten der Beträge in hot wallets zurückgeführt werden“, heißt es auf bitcoinwiki.

 

 

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erstellt am 08.Aug.2016 | 12:56 Uhr

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