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Netzwelt

04. Dezember 2016 | 21:34 Uhr

Christiansens Netzwelt : Bezahlen per Augenaufschlag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mastercard will keine Passwörter von seinen Kunden – man setzt auf Selfies oder Fingerabdrücke.

LinkedIn, Myspace, Dropbox, zuletzt Yahoo – Kunden von Onlinediensten werden immer wieder damit konfrontiert, dass ihre Nutzerdaten inklusive Passwörter von Hackern erbeutet und im Internet zum Kauf angeboten werden. Ein sicheres Passwortsystem für all die verschiedenen Dienste zu finden, erfordert Zeit und Mühe – und ist somit nichts für faule Leute. Kurz: Das System ist angreifbar. Zeit für etwas Neues.

Das dachte sich wohl auch der Kreditkartenanbieter Mastercard und setzt auf Selfie oder Fingerabdruck statt Passwort. Funktionieren soll das so: Der Kunde shoppt online, gibt seine Kreditkartennummer ein und bestätigt den Vorgang. Das geschieht nicht mehr durch die Eingabe eines Sicherheitscodes oder Passwortes, sondern aufgrund von biometrischen Eigenschaften – indem er seinen Fingerabdruck über die Smartphone-App einscannt oder mit dem Telefon ein Selfie schießt. Damit es nicht reicht, ein Foto auszudrucken und vor die Kamera zu halten, muss der Knipser bei der Aufnahme blinzeln. Das erkennt die Software und berechtigt zum Bezahlen.

Klingt unkompliziert, und auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sieht darin einen „vielversprechenden Ansatz zur Authentifizierung von Personen“, denn biometrische Eigenschaften seien „unmittelbar personengebunden“. Heißt: Eine Karte kann man verlieren, ein Passwort vergessen – unsere biometrischen Merkmale aber bleiben uns in aller Regel bis zum Tode zueigen. Das erschwert den Missbrauch. Was Kritiker besorgt: Eine verlorene Karte kann man sperren, ein gehacktes Passwort ändern. Ist aber ein Fingerabdruck erst in Umlauf, ist er schwer wieder einzufangen.

Die neue Bezahlmöglichkeit ist bereits in Deutschland und elf weiteren europäischen Ländern verfügbar. Ob und wann die App „Identity Check Mobile“ flächendeckend ausgerollt wird, hängt an den Kreditinstituten.

Der chinesische Alleskönner Alibaba stellte vor eineinhalb Jahren sein „Smile to Pay“-Programm vor, bei dem Nutzer zum authentifizieren ihr Gesicht in die Smartphone-Kamera halten – mit einem Lächeln auf den Lippen. Es scheint zu funktionieren. Und: Shoppen soll ja schließlich Spaß machen.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 10:46 Uhr

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