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Netzwelt

03. Dezember 2016 | 20:50 Uhr

Betrugsmasche: Gefälschte Online-Shops

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Manche Internet-Shops bieten unschlagbare Schnäppchen – liefern aber stattdesssen eine dreiste Betrugsmasche. Statt der heiß ersehnten Markenschuhe erhält der Kunde mangelhafte, falsche oder gar keine Ware. Hat er auch noch per Vorkasse gezahlt, ist das Geld weg. Einige Tipps, wie sich Online-Shopper vor Scheinangeboten schützen können.

Wie funktioniert das System? Betrüger imitieren Online-Shops bekannter Markenhersteller – zum Beispiel von Bekleidung, Elektronik oder Schmuck. Sie kopieren Beschreibungen und Bilder, damit die gefälschte Seite möglichst echt aussieht. Die Produkte werden zu billigen Preisen angeboten und locken Schnäppchenjäger an. Die Kunden geben ihre Daten an, zahlen mit ihrer Kreditkarte. Die Ware kommt allerdings nie an, ist gefälscht oder minderwertig. Das Gesundheitsportal der Apotheker aponet.de warnt beispielsweise vor dem Online-Shop aponet-shop.de: „Unter dem Deckmantel falscher offizieller Adressen wird hier versucht, mit Potenzmitteln Kasse zu machen.“

Wie kann ich Fake-Shops erkennen? Die Shops sehen oft täuschend echt aus. Verbraucherschützer und Polizei raten, sich das Impressum anzuschauen. Dort müssen die Handelsregister, die Umsatzsteuer-ID-Nummer und ein Kontakt zum Unternehmen angegeben sein. Wird nur eine Mailadresse genannt, ist das Angebot unseriös. Wenn die Preise übertrieben günstig sind und die Bezahlung nur per Vorauskasse möglich ist, sind das Anzeichen für ein Schein-Portal. Wenn man einen Shop zum ersten Mal nutzt, sollte man die Webadresse (URL) bei Google suchen. Die Ergebnisse können Hinweise auf schlechte Erfahrungen anderer Kunden geben.

Welche Produkte sind besonders beliebt? Die Warenpalette ist extrem vielseitig. „Das geht querbeet vom topaktuellen iPhone, das beim Händler nicht mehr verfügbar ist, bis zu Markenkleidung und Designerware von Adidas, Puma, Ray-Ban oder Nike“, sagt Hans-Joachim Henschel, vom Landeskriminalamt Niedersachsen.

Wie oft fallen Käufer auf die Shops herein? Das Bundeskriminalamt hat 2015 in seiner Statistik 74  421 Fälle von Warenbetrug im Internet registriert, wozu Fake-Shops zählen. Das sind 708 Fälle mehr als im Jahr 2014. Von allen im Internet begangenen Straftaten macht der Warenbetrug rund 30 Prozent aller Delikte aus.

Warum werden Kunden durch vermeintliche Schnäppchen geblendet? Verkäufer ziehen sämtliche Register der Beeinflussungspsychologie. Sie spielen zum Beispiel vor, dass ein Produkt knapp ist und der Kunde sich beeilen muss. „Im Grunde ist das sehr banal. Der Mensch arbeitet mit seinem Reptiliengehirn, das auf Belohnung ausgerichtet ist“, erklärt Klaus-Peter Wiedmann, Professor für Marketing an der Uni Hannover.

Was können ehrliche Online-Händler tun? Durch Fake-Shops verlieren Online-Anbieter nach Angaben des Einzelhandelsverbands HDE das Vertrauen der Kunden. Über 60 Prozent der kleinen und mittelgroßen Online-Händler würden daher ein Gütesiegel nutzen. Das häufigste ist laut einer Händlerbefragung das Siegel des Unternehmens Trusted Shops. Käufer können die Internetseite des Anbieters dort eingeben und prüfen, ob das Siegel tatsächlich vergeben wurde.


> Eine Liste von Fake-Shops gibt es auf

watchlist-internet.at

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