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Netzwelt

05. Dezember 2016 | 01:32 Uhr

De-Mail in SH : Behördenmails: 340.000 Euro Kosten, aber kaum genutzt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Idee der verschlüsselten Behördenmails ist tot, sagen die Piraten. Das gilt aber nicht für die Pläne der Landesregierung.

Kiel | Die Piraten kritisieren, dass die Landesregierung weiterhin an einem teuren aber ungenutzten Mail-Verkehr festhält. „Es werden weiterhin Gelder für ein System ausgegeben, das bereits seit mehreren Jahren tot ist, in diesem Jahr rund 340.000 Euro“, beschwert sich der Landtagsabgeordnete Torge Schmidt.

Mit der Einführung der sogenannten De-Mail sollte, parallel zum herkömmlichen Briefverkehr, der elektronische Postverkehr mit Behörden sicher und verbindlich gestaltet werden. Doch das 2006 entwickelte System wird von den Piraten als nicht sicher eingeordnet. Auch werde es in der Praxis bisher kaum in relevantem Umfang eingesetzt, weil jede versandte De-Mail Porto kostet. Dennoch verschlingt das Projekt Steuergelder. So hat die Landesregierung beispielsweise eine Arbeitsgemeinschaft für die Einrichtung von De-Mail eingesetzt und im Haushalt Gelder für elektronisches Porto eingeplant, obwohl völlig unklar ist, ob und wann De-Mail jemals realisiert wird.

„Es gibt seit vielen Jahren viel einfachere und sichere Verfahren zur verschlüsselten Übertragung von E-Mails. De-Mail ist noch nicht einmal vom Sender zum Empfänger durchgängig verschlüsselt und bietet damit Angriffspunkte um vertrauliche Nachrichten abzufangen“, sagt Schmidt. Die Landesregierung hat nach der Ansicht des Abgeordneten aber bereits so viel in De-Mail investiert, dass es kein Zurück mehr geben wird. Schmidt schlägt statt De-Mail kostenfreie, unkomplizierte und bereits heute gebräuchliche Verschlüsselungstechniken wie PGP oder S/MIME für die Behördenkommunikation vor.

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erstellt am 04.Nov.2016 | 12:25 Uhr

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