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Netzwelt

02. Dezember 2016 | 19:18 Uhr

Dreyklufts Netzwelt : Batterie-API:Was mein Akku über mich als Internetnutzer verrät

vom

Betreiber von Websites können abfragen, wie viel Saft mein Akku noch hat. Ein Datenschutzaufreger?

Es kursiert gerade ein kleiner Datenschutzaufreger, und der geht so: Betreiber von Websites können, ohne das Zutun der Nutzer und auch ohne ihr Wissen, den Status der Batterie des Laptops oder Handys abfragen. Warum soll das ein Aufreger sein? Weil, so die Theorie, Betreiber von Online-Shops Preise hochsetzen können, weil ihr Kunde in Zeitnot ist und schnell entscheiden muss.

Der technische Hintergrund ist nachvollziehbar: Im Web-Standard HTML5 ist eine Abfrage des Batteriestatus ausdrücklich vorgesehen. (Eine genaue Beschreibung der Battery Status API gibt es hier.) Der Sinn ist, dass etwa grafikintensive und stromhungrige Websites bei niedrigem Akkustand auf eine Stromspar-Variante umschalten können.

Das World Wide Web Consortium (W3C) als normgebende Stelle für HTML5 empfiehlt, keine allzu exakten Daten auszuspielen, den Nutzer zu fragen oder auf die Abfrage aufmerksam zu machen und erlaubt, auch Falschdaten auszuspielen. Im Klartext: Das W3C misst der Abfrage keine große Relevanz in Sachen Datenschutz bei.

Mir war bislang völlig unbekannt, dass es überhaupt möglich ist, von außen den Ladestand meines Akkus abzufragen. Dass ich deswegen teurer einkaufe, halte ich zumindest aktuell für unwahrscheinlich. Ich habe die Online-Shops meines Vertrauens einschließlich Amazon gecheckt und kein Batterie-Tracking gefunden.

So sieht die Batterieabfrage im Quelltext einer Website aus.

So sieht die Batterieabfrage im Quelltext einer Website aus.

 

Das können Sie selbst auch. Gehen Sie im Shop auf eine Site, wo Ihnen der Preis angezeigt wird. Drücken Sie Strg und gleichzeitig die Taste U, dann Strg und die Taste F und geben Sie in das Eingabefeld „battery“ ein. In der Regel steht dann „0 von 0“, also keine Abfrage des Batteriezustands.

Nachvollziehbar finde ich aber die Ausführungen von Farzan Hussain bei hackread.com, der argumentiert, dass man durch des Ladeprofils des Akkus ein Gerät identifizieren kann. So lassen sich, kombiniert mit mehr Daten, Profile erstellen, die auf Geräte und Personen schließen lassen. Auch Lukasz Olejnik argumentiert in seinem Blog, dass sich Profile abrufen lassen, mit denen man auf individuelle Nutzer schließen kann. Und das finde ich bedenklicher als ein paar Euro mehr im Web-Shop.

Eine Art, den Akkuzustand eines Smartphones zu verschleiern, ist die Verwendung eines externen Zusatzakkus („Powerbank“).
Eine Art, den Akkuzustand eines Smartphones zu verschleiern, ist die Verwendung eines externen Zusatzakkus („Powerbank“). Foto: Andrea Warnecke/dpa

Hier finden Sie eine Anleitung, wie man die Abfage im Firefox-Browser abschalten kann (nach unten scrollen).

Bei Chrome, Internet Explorer und Opera lässt sich die Funktion nicht abschalten. In Safari ist sie nicht implementiert.

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erstellt am 09.Aug.2016 | 17:51 Uhr

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