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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 08:50 Uhr

All die bereuten Nachrichten ...

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nachts um drei eine sehnsüchtige SMS senden: Eine New Yorkerin macht daraus Kunst.

Es ist spät. Vielleicht ist man leicht beschwipst. Einsam. Und plötzlich wird man melancholisch, nostalgisch, sentimental. Man tippt diese Gefühle ins Smartphone und – zack – sind sie beim Ex-Partner, beim Ex-Flirt oder sonst jemanden, bei dem sie eigentlich nicht gut aufgehoben sind. Am nächsten Morgen wird klar: keine gute Idee. „Sorry, war nicht so gemeint“ hinterschicken – und man bereut alles noch viel mehr.
Hanny Ahern aus New York hat aus dieser Erfahrung eine App gemacht – Kunst. „Bevor du ihm textest, schreibst du mir“: Nach diesem Prinzip unterstützen sich viele Freundinnen seit Jahren. Aherns Projekt heißt: „When I Think About You I Text Myself.“ Man schickt seinen Text an eine anonyme Telefonnummer, und einen, drei oder sechs Monate später kommt sie zurück.

In der ersten Woche erhielt jeder Schreiber noch eine persönliche Nachricht von Ahern zurück. Doch das wurde schnell zu viel. Auch automatische Ermunterungen, mehr zu erzählen, schaffte die Künstlerin ab. Dem britischen „Guardian“ sagte sie, die meisten Nachrichten seien eine Variation von „Ich vermisse dich“ gewesen.

Warum schreiben wir SMS und Chatnachrichten? Weil wir uns eine Reaktion, Antworten erhoffen. Die kann dann auch von einem Fremden, einem Chat-Bot kommen – oder von uns selbst.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 18:31 Uhr

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