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Netzwelt

09. Dezember 2016 | 08:47 Uhr

Dreyklufts Netzwelt : Achtung Abzocke: Wenn „Microsoft“ anruft

vom

Ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter will den eigenen PC „retten“. Wer sich darauf einlässt, ist nicht nur Geld los.

Betrug per Internet hat viele Gesichter. Da ist etwa die verzweifelte Tochter des abgesetzten Potentaten aus Afrika, die einen um Hilfe per Mail bittet bei der Rettung ihres Vermögens – nachdem man eine Gebühr entrichtet hat. Oder die gefälschte Aufforderung einer Bank, die Zugangsdaten noch einmal in ein Online-Formular einzugeben, sonst werde das Konto gesperrt. Anschließend ist es leer.

Oder der Erpresser, der vorgibt, die eigene Festplatte verschlüsselt zu haben und die Daten erst nach Zahlung wieder frei geben will. Oder die Online-Lotterien bei denen ich selbst schon mehrfacher Millionär geworden wäre – wenn ich zunächst Finanzdaten von mir preisgegeben hätte.

Eine recht alte Masche kommt gerade wieder in Mode: der Anruf eines angeblichen Microsoft-Mitarbeiters, der einem helfen will, seinen PC aus der Hand von Hackern zu befreien.

Die Fachpublikation golem.de erklärt anschaulich, wie das funktioniert. Nach dem Anruf klinkt sich der Betrüger auf dem eigenen PC ein, „rettet“ diesen angeblich, und verlangt anschließend im Namen von Microsoft eine Geldüberweisung auf ein ausländisches Konto. Dabei bedient sich der Betrüger einer legalen Fernwartungssoftware, die man auf seine Anweisung hin installieren soll. Schutzprogramme wie Virenscanner können das nicht erkennen.

Das Video zum Beitrag von golem.de

Weigert man sich am Ende des Telefonats, wird der eigene PC tatsächlich unbrauchbar gemacht. Deshalb: sofort auflegen! Microsoft beteuert glaubhaft, nie per Telefon kostenpflichtige Dienstleistungen anzubieten. Es könne in Ausnahmefällen aber passieren, dass Microsoft im Auftrag eines Internet-Providers anrufe. Mein Tipp: trotzdem sofort auflegen!

Die Verbrecher profitieren im Erfolgsfall mehrfach: durch das überwiesene Geld, durch den Zugang zum eigenen PC (Onlinekonto!) und durch die Möglichkeit, den Computer  an Bot-Netzwerke verkaufen zu können. Der steuert dann wieder andere Rechner oder hilft dabei, Websites oder Netzwerke lahm zu legen.

Die Betrüger arbeiten gezielt mit vermeintlichen Sonderangeboten. Eigentlich sei der „Service“ viel teurer, die verlangten 325 Euro quasi ein Schnäppchen. Sparen könne man auch bei der Überweisung, wenn man nicht auf ein Konto in die USA zahle, sondern nach Indien. Die Zahlung sei ohnehin ein Supersonderdeal. Deshalb dürfe Microsoft davon auch nichts erfahren. Genau, spätestens jetzt merkt man was.

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erstellt am 18.Mai.2016 | 08:52 Uhr

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