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Musik

28. September 2016 | 22:29 Uhr

Eurovision Songcontest : ESC-Vorentscheid 2016: So klingen die deutschen Teilnehmer

vom

Zehn Künstler kämpfen um das begehrte Ticket nach Stockholm. shz.de stellt die Künstler vorab vor.

Erst sollte es Xavier Naidoo werden, dann doch lieber nicht. Am Donnerstagabend wird nun endgültig entschieden, wer Deutschland beim Eurovision Songcontest (ESC) in Schweden vertritt. Das Erste zeigt den Vorentscheid ab 20.15 Uhr. Das Rennen um das deutsche Ticket zum Eurovision Song Contest ist so offen wie vielleicht selten zuvor. Das sind die Kandidaten und ihre Lieder.

Alex Diehl

Der Singer-Songwriter (28) aus Bayern ist mit seinem Song bereits zum Internetstar geworden. „Nur ein Lied“ ist eine Reaktion auf die Attentate in Paris am 13. November 2015. Diehl sitzt vorm Fernsehr und verfolgt daraufhin die Hass-Kommentare im Internet. Spontan verfasst er einen Gedenksong für die Terroropfer. Innerhalb weniger Minuten hat Diehl „Nur ein Lied“ fertig komponiert und getextet und lädt die mit dem Handy aufgenommene Version auf seiner Facebook-Seite hoch. Die Aufnahme des Songs wird innerhalb weniger Tage millionenfach geklickt.

Bisher größter Erfolg: „Nur ein Lied“ war im November für zwei Wochen in den deutschen Charts
Das sagt der NDR: Eine moderne Variante von Nicoles Klassiker „Ein bisschen Frieden“

Avantasia

Avantasia ist ein Rock-Projekt um den in Metal-Kreisen bekannten deutschen Musiker Tobias Sammet („Edguy“). Die Gruppe ist auch schon beim Wacken Open Air aufgetreten. Das Lied „Mystery Of A Blood Red Rose“ erinnert weniger an die finnischen ESC-Gewinner und Hardrocker von Lordi, eher an opulente Rock-Arien der 80er. Sammet spricht selbst von einem „Rock-Opern-Konzept“ und tourt bereits international.

Bisher größter Erfolg: mehrere Chartplatzierungen, Anfang Februar mit „Ghostlights“ auf Platz 2 der Album-Charts
Das sagt der NDR: Was bei Lordi im ESC-Finale klappte, könnte auch beim Vorentscheid funktionieren.

Ella Endlich

Kann Ella Endlich an die deutsche Schlager-Tradition beim ESC anknüpfen? Immerhin ist die 31-Jährige die Stieftochter von Carmen Nebel und ist mit ihr gemeinsam auf Tour. 2009 schaffte sie es mit einer Version der Titelmelodie des Märchenfilms „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ („Küss mich, halt mich, lieb mich“) auf Platz zwölf der Charts. Bereits zehn Jahre vorher hat sie mit dem Song „It's Funny“ einen ähnlichen Erfolg. Mit nur 15 Jahren landet sie damit unter dem Namen Junia als Spice-Girls-Kopie auf Platz 17 der Charts. Nun singt sie in „Adrenalin“: „Nimm mich mit, nimm mich mit, nach nirgendwo“ - und will damit nach Stockholm. Am 7. Mai steht sie übrigens auch beim Kalkberg Open Air in Bad Segeberg auf der Bühne.

Bisher größter Erfolg: Goldene Schallplatte für „Küss mich, halt mich, lieb mich“
Das sagt der NDR: Balladen waren gestern - heute versprüht Ella Endlich Lebendigkeit und Lebensfreude auf der Bühne.

Gregorian

Sänger in Mönchskutten, willkommen beim ESC! Das Mittelalterprojekt kommt aus Hamburg, war die Idee von Musikproduzent Frank Peterson und ist ziemlich erfolgreich: Mehr als zweieinhalb Millionen Besucher haben den Kloster-Pop in 26 Ländern live gehört, ihre Platten verkaufen sich über zehn Millionen mal. Die Besetzung wechselt, zurzeit kommen vier Sänger aus Großbritannien, der Halbamerikaner Billy King lebt in Hamburg und der Countertenor Narcis ist rumänisch-italienisch-stämmig. Im Song „Masters Of Chant“ trifft gregorianischer Gesang auf Pop-Musik. Dürfte mit Blick auf den Stil sehr herausstechen und erinnert ein wenig an „Conquest of Paradise“, zu dem einst Boxer Henry Maske einzog. Die Mönche haben seit den 90ern etliche Platten veröffentlich und viele Cover-Versionen vertont.

Bisher größter Erfolg: mehrmals Platz 6 in den deutschen Album-Charts
Das sagt der NDR: Für Gregorian wäre eine Teilnahme beim Eurovision Song Contest in Stockholm der krönende Abschluss eines Erfolgsprojekts. Der mittelalterliche Pop-Chor kann bei „Unser Lied für Stockholm“ am 25. Februar auf eine große Fanbase bauen. Doch das verspricht noch lange nicht den Sieg. So hat sich etwa 2014 gezeigt, wie hoch die Chancen für Newcomer beim ESC-Vorentscheid sind - da haben die Gewinner Elaiza Stars wie Unheilig und Santiano ausgestochen.

Jamie-Lee Kriewitz

Mit Jamie-Lee Kriewitz nimmt zum zweiten Mal nach Andreas Kümmert (gewann 2015 den Vorentscheid, zog seine Teilnahme dann aber spontan zurück) eine „The Voice Of Germany“-Gewinnerin am deutschen Vorentscheid teil. Die Schülerin aus der Nähe von Hannover lässt sich bei Outfit und Show vom asiatischen Manga-Stil inspirieren. Ihr Lied „Ghost“ aus der „The Voice Of Germany“-Show war schon in den Charts und ist modern produzierter Pop.

Bisher größter Erfolg: Platz elf in den deutschen Charts
Das sagt der NDR: Die Niedersächsin begeisterte bei dem TV-Gesangswettbewerb nicht nur mit voluminösem Gesang, sondern auch mit schrillen Outfits.

Joco

Die Schwestern Josepha und Cosima Carl, aufgewachsen in Ostfriesland, sind bislang eher Insidern bekannt. Sie machen mit dem Lied „Full Moon“ Indie-Pop der anspruchsvolleren Sorte. Die Schwestern aus Hamburg gelten als große Talente. Sie ergatterten einen der begehrten Plätze im Hamburger Kontaktstudiengang Popularmusik, dem „Popkurs“, in dem schon Rohdiamanten wie Wir sind Helden und Revolverheld geschliffen wurden. Der renommierte Dozent Peter Weihe unterstützt sie.

Bisher größter Erfolg: Stipendium für eine Plattenaufnahme in den legendären Abbey Road Studios in London
Das sagt der NDR: Die Schwestern Josepha und Cosima Carl schaffen als Duo Joco verträumte Klangwelten, in denen sich die Zuhörer verlieren können. Das erinnert mal an Simon & Garfunkel, mal an Yann Tiersens Filmmusik aus "Die zauberhafte Welt der Amélie" - gewürzt mit einer Prise Zeitgeist.

Keøma

Die australische Sängerin Kat Frankie und der Kölner Rockmusiker Chris Klopfer machen mit „Protected“ elegischen Indie-Pop mit ein bisschen Wehmut. Die beiden haben erst kürzlich ihr ersten Album zusammen aufgenommen. Frankie könnte Fans von „Schulz & Böhmermann“ bekannt vorkommen - für die Show sang sie den Soundtrack.

Bisher größter Erfolg: 2005 Jaxter Artist Award (Kategorie: Instrumental/Acoustic/Folk/World)
Das sagt der NDR: Das Duo hat mit seinem Debütalbum "Keøma" eine entspannt-sphärische Pop-Platte aufgenommen.

Laura Pinski

Laura Pinski ist das Rückkehrticket von Ralph Siegel auf die deutsche ESC-Bühne. Ihr Lied „Under The Sun We Are One“ stammt aus der Feder des ewigen ESC-Komponisten. Pinski selbst wurde als Finalistin der RTL-Show „Das Supertalent“ bekannt. Neben ihrer Show-Karriere studiert die Düsseldorferin mittlerweile Jura.

Bisher größter Erfolg: fünfter Platz bei der Castingshow „Das Suptertalent“
Das sagt der NDR: Es ist eine Ballade, in der es um das geht, was der Titel verspricht: Wir sind alle gleich.

Luxuslärm

Die westfälische Band ist bereits bei Stefan Raabs ESC-Variante „Bundesvision Song Contest“ ins Rennen gegangen und auf Platz vier gelandet. Nun soll es mit der Deutsch-Pop-Nummer „Solange Liebe in mir wohnt“ etwas mehr werden. Dreh- und Angelpunkt ist Frontfrau Jini Meyer.

Bisher größter Erfolg: Der deutsche Verband der Pop- und Rockmusiker kürt die Band 2008 gleich in mehreren Kategorien: beste Rockband, beste Popband, bestes deutschsprachiges Album, bestes Lied sowie mit dem Publikumspreis.
Das sagt der NDR: Mit deutschem Text zum ESC - das hat zuletzt 2007 geklappt. Luxuslärm gehen mit einem gefühlvollen Pop-Song über die Kraft der Liebe ins Rennen um das Ticket nach Stockholm.

Woods Of Birnam

Sänger Christian Friedel war erst als Schauspieler erfolgreich. Der Film „Das weiße Band“, in dem er einen Lehrer spielt, gewann 2009 in Cannes die Goldene Palme. Den Namen seiner Band hat Sänger Christian Friedel deshalb auch von Shakespeares „Macbeth“ abgeleitet. 2014 bringt die Band ihre erste LP „Woods Of Birnam“ heraus, auf der auch Titel der Theaterinszenierung zu finden sind. Der Song „I'll Call Thee Hamlet“ macht Karriere: Er wird Titelstück in Til Schweigers größtem Kinoerfolg „Honig im Kopf“ und macht eine breitere Öffentlichkeit auf Friedels Talent als Musiker aufmerksam. Für den ESC schart er nun Ex-Mitglieder der Band Polarkreis 18 um sich. Wer das weiß, hört in „Lift Me Up“ etwas von dem Sound des Polarkeis-Hits „Allein Allein“.

Bisher größter Erfolg: Soundtrack für „Honig im Kopf“
Das sagt der NDR: Ihr Song hat eine klare Botschaft: Nimm dein Leben in die Hände und schaue nach vorne! Damit wollen sie beim deutschen ESC-Vorentscheid punkten und das Ticket nach Stockholm lösen.

 

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erstellt am 25.Feb.2016 | 12:30 Uhr

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