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Musik

03. Dezember 2016 | 16:47 Uhr

Eurovision Song Contest 2016 : ESC-Kandidatin Jamie-Lee: Keine Angst vor null Punkten im Finale

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Helle Porzellanhaut, bunte Accessoires und große Augen: Mit ihrem Manga-Stil sticht ESC-Kandidatin Jamie-Lee aus der Masse hervor. Dies könnte ein Vorteil beim ESC sein.

Stockholm | Mit Schaudern denken die deutschen ESC-Fans an das null Punkte Debakel aus dem letzten Jahr zurück. Mit der 18-jährigen Jamie-Lee Kriewitz soll in diesem Jahr aber alles anders werden. Denn Jamie-Lee hat etwas, was Vorgängerin Ann Sophie in dieser ausgeprägten Form nicht bieten konnte: einen eigenen Stil.

Die Schülerin Jamie-Lee Kriewitz liefert mit ihrem selbstgeschriebenen Werk „Ghost“ einen ESC-tauglichen Song für Deutschland. Sie soll dieses Jahr schaffen, was ihrer Vorgängerin Ann Sophie nicht gegönnt war: Punkte holen.

Man kann ihn mögen, man kann ihn auch nicht mögen. Aber er prägt ihr Profil. Die im Februar noch 17-jährige Sängerin überraschte bei ihrem Auftritt im Vorentscheid mit ihrem Outfit als kleine Manga-Queen - sie trägt bunte Klamotten, auffallenden Kopfschmuck sowie knuffige Tieranhänger. Sie bezeichnet sich selbst als Fan des K-Pops, also populärer Musik aus Südkorea. Für Asien hat sie sich schon immer interessiert, für das Styling und auch Animes, japanische Zeichentrickfilme.

Mit der Vorstellung, dass Deutschland am Ende wieder ganz unten auf der Punkteskala stehen könnte, geht die Schülerin pragmatisch um: „Wenn ich mit meinem Auftritt zufrieden bin (...) und ich dann trotzdem weit hinten lande, dann habe ich mir wenigstens selbst nichts vorzuwerfen“, sagt sie. Vorgängerin Ann Sophie landete mit null Punkten hoffnungslos auf dem letzten Platz.

Das Leben der Jamie-Lee hat in den vergangenen Monaten Kapriolen geschlagen, die vor einem Jahr so nicht vorhersehbar waren und viel verändert haben. Die junge Frau, die noch zu Hause bei den Eltern und dem Bruder wohnt, gewann im Dezember 2015 den Wettbewerb „The Voice of Germany“ und schaffte es zwei Monate später, den ESC-Vorentscheid zu gewinnen.

Ihren Song „Ghost“ hat sie seitdem viele Hundert Mal gesungen. Deshalb ist sie auch irgendwie froh, wenn es nach der Show an diesem Samstag vorbei ist: „Irgendwann will man auch, dass es zu Ende geht und dass man endlich weiß, okay, auf welchem Platz bin ich gelandet, und man einfach weitermachen kann“, sagt sie. „Ich bin ja nicht nur Jamie die ESC-Kandidatin - ich bin auch eine Sängerin.“

 

Auf ihrer Reise dahin haben Jamie-Lee vor allem zwei begleitet: Smudo (48) und Michael „Michi“ Beck (48) von der Hip-Hop-Band „Die Fantastischen Vier“. Die früheren Mentoren besuchten ihren früheren Schützling in dieser Woche auch in Stockholm. Die „Jungs“ will sie auch vor dem Finale anrufen, um sich selbst zu beruhigen, erzählt Kriewitz: „Die haben voll die entspannenden Stimmen.“

Startplatz Jamie-Lee Kriewitz beim ESC

Jamie-Lee Kriewitz (18) aus Bennigsen bei Hannover tritt beim Finale des Eurovision Song Contest am Samstag auf Startplatz Zehn für Deutschland an. Kriewitz muss mit ihrem Song „Ghost“ zwischen den Teilnehmern aus Schweden (Frans mit „If I Were Sorry“) und Frankreich (Amir mit „J'ai cherché“) ran. Als erste Künstlerin steht die Belgierin Laura Tesoro („What's The Pressure“) auf der ESC-Bühne Schlussact ist Armenien. Insgesamt treten in Stockholm Kandidaten aus 26 Ländern gegeneinander an, darunter auch Russland, die Ukraine, die Niederlande und Österreich.

Egal, wie es nun im Finale ausgeht, an die Schule will Jamie-Lee so schnell nicht zurückkehren. Schon wegen „The Voice“ hatte sie so viele Fehlzeiten angehäuft, dass das Fachabitur verschoben werden musste. Im Herbst steht nun eine Tour an, danach will der Teenager weitersehen. „Da wird auf jeden Fall noch ein bisschen was passieren bei mir, und ich hoffe, dass es noch lange so weitergeht.“

Mit einem neuen Abstimmungsmodus soll der Eurovision Song Contest am 14. Mai deutlich spannender werden. Die Wertungen der Länderjurys und der Zuschauer werden ab diesem Jahr getrennt vorgetragen. Jedes Land kann jetzt also maximal 24 Punkte an ein anderes verteilen: 12 durch die Jury, 12 durch die Zuschauer.

shz.de berichtet mit einem Liveblog über den Eurovision Song Contest.

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erstellt am 13.Mai.2016 | 15:58 Uhr

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