zur Navigation springen

Kultur

09. Dezember 2016 | 01:07 Uhr

Literatur : Wenig Chancen für Kauf der Thomas-Mann-Villa

vom

Trotz einer Petition namhafter Künstler gibt es derzeit wenig Chancen, dass Deutschland die ehemalige Thomas-Mann-Villa in Kalifornien kaufen könnte.

Aus der Bundesregierung hieß es am Freitag, eine mögliche Übernahme werde «ergebnisoffen» geprüft. Allerdings verfüge die Bundesrepublik in Los Angeles mit der Villa Aurora bereits über eine kulturelle Begegnungsstätte, die ein repräsentatives und sehr erfolgreiches Residenzprogramm für Künstler anbiete.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte zuvor die Künstler-Petition unterstützt. Der «Südwest Presse» in Ulm sagte die CDU-Politikerin, sie würde es «sehr begrüßen, wenn sich das Auswärtige Amt dazu entschließen könnte, das Haus für Deutschland zu erwerben». Nach dpa-Informationen stehen derzeit jedoch konkrete Planungen für einen Kauf nicht an.

Die Petition zum Erhalt der Villa hat inzwischen mehr als 1600 Unterstützer. Darunter sind viele Autoren, Verleger und Künstler, an der Spitze Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller. Sie wollen verhindern, dass das Haus im kalifornischen Pacific Palisades an einen privaten Investor verkauft und möglicherweise abgerissen wird.

Die Familie Mann hatte nach der Emigration aus Nazi-Deutschland in dem Haus am San Remo Drive von 1942 an gelebt. Literaturnobelpreisträger Thomas Mann schrieb dort an seinem Alterswerk «Doktor Faustus».

In dem Stadtteil von Los Angeles lebten während der Nazi-Zeit bekannte deutsche Emigranten, neben Thomas Mann etwa der Philosoph Theodor Adorno und der Schriftsteller Lion Feuchtwanger. Dessen Haus - die Villa Aurora in der Nähe der Mann-Villa - wird heute als Residenz für ausgewählte Künstler aus Deutschland genutzt.

Petition

Biographie Thomas Mann

Gesellschaft für Exilforschung

zur Startseite

von
erstellt am 02.Sep.2016 | 17:37 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert