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Kultur

03. Dezember 2016 | 14:48 Uhr

Literatur : Vargas Llosa warnt vor Venezuela-Falle

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Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa (80) warnt - angesichts des Brexit-Votums und stärkerer Protestbewegungen in Europa - vor der Vorstellung einer Rückkehr zu einer angeblich heilen Welt im früheren Nationalstaat.

In Südamerika - genauer: in Venezuela - könne man sehen, wohin das führe. «Menschen aus völlig unterschiedlichen politischen Lagern mit völlig unterschiedlicher Motivation stemmen sich gegen das Unüberschaubare, das Unberechenbare, gegen Globalisierung und Kapitalismus», sagte der peruanische Schriftsteller, der in Spanien lebt, der «Neuen Zürcher Zeitung».

Vargas Llosa führt in dem «NZZ»-Interview aus: «Venezuela hat sich vor fast 20 Jahren zunächst politisch vom Rest Südamerikas abgespaltet, indem Chávez ein System installierte, dessen Untauglichkeit sich historisch bereits zigfach erwiesen hatte: Sozialismus.» Es seien dann «Verstaatlichungen kompletter Wirtschafts- und Industriezweige» gefolgt. «Obskurer Nationalismus vergiftete das Klima mit den Nachbarn, völlige Isolation auch in der Außenpolitik - alles mit dem Segen des Volkes, das glaubte, sich auf diesem Wege vom Gang der Welt ausnehmen, zur überschaubaren, weil geschlossenen Gesellschaft zurückkehren zu können.»

Vargas Llosas Fazit: «Heute ist Venezuela korrupt, eines der ärmsten Länder der Welt, Caracas die Stadt mit der höchsten Kriminalitätsrate, Geld ist nichts mehr wert, die Menschen verhungern - und das, obwohl Venezuela eigentlich reich sein könnte.»

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erstellt am 07.Jul.2016 | 10:52 Uhr

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