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Kultur

29. September 2016 | 12:12 Uhr

Alternative : Teenage Fanclub: Der Sound bleibt unverändert

vom

Nach einer Pause von sechs Jahren ist endlich wieder ein neues Album der Schotten erschienen. Der Wiedererkennungswert ist extrem hoch.

An Indiepop-Bands wie Teenage Fanclub scheiden sich die Geister: Entweder man ist in ihren typischen Sound und ihre zuverlässige Handwerkskunst verliebt und bejubelt jeden Ton. Oder man wendet sich irgendwann ab und kommt auch nicht mehr zurück.

«Here» (PeMa/Rough Trade) heißt das neueste von einem runden Dutzend Studioalben der Schotten seit 1990, und es ist entweder großartig (weil so vertraut) oder todlangweilig (weil so gar nicht innovativ). Die Melodien dieses smarten Gitarrenpops perlen im Stil von The Byrds, The Monkees oder Big Star, auch die Stimmen der drei Gründungsmitglieder Norman Blake, Raymond McGinley und Gerard Love harmonieren wie weiland bei ihren Vorbildern in den goldenen Sechzigern, und die Arrangements haben kein Fett angesetzt.

Andererseits hat man all das natürlich auch schon vor 20 Jahren, auf Meisterstücken wie «Grand Prix» (1995) oder «Songs From Northern Britain» (1997), ganz ähnlich (oder sogar besser) gehört. Und die Idee, im Jahr 2016 eine vor 50 Jahren geborene Popmusik maßstabsgetreu nachzubauen, ist - bei allem Respekt vor schönen Liedern wie «I Was Beautiful When I Was Alive», «Live In The Moment» oder dem Album-Highlight «With You» - auch nicht besonders originell.

So dürfte die Band mit «Here» keine alten Fans verlieren und keine neuen gewinnen - ein klassisches Nullsummenspiel. Aber vielleicht ist das ja auch genau so beabsichtigt.

«Der Sound von Teenage Fanclub hat sich nie groß verändert, es gab keine dramatischen Brüche und Stilwechsel zwischen zwei Alben», sagte Norman Blake kürzlich zu «Musikblog.de». «Das liegt zum Teil daran, dass es uns immer wichtig war, ein kohärentes Album aufzunehmen. Das wird wiederum schwer, wenn jeder von uns beim Songwriting plötzlich völlig neue Wege einschlägt.»

Es gebe «natürlich immer Kleinigkeiten, die wir anders machen wollen - im Hinblick auf die Gesangsharmonien, Arrangements oder Songstrukturen. Aber dramatische Veränderungen wird es bei uns wohl nie geben.»

Website Teenage Fanclub

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erstellt am 20.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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