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Kultur

03. Dezember 2016 | 18:46 Uhr

Christian Ulmen und Nora Tschirner : „Tatort“: Weimar, auferstanden aus der Schlacke

vom

Das chaotische Blödelliebespaar Lessing/Dorn ermittelt wieder. Vorsicht, dieser „Tatort“ wird absurd.

Dass das Weimarer „Tatort“-Pärchen Lessing und Dorn (Christian Ulmen, Nora Tschirner) ein bisschen anders ist, haben wir ja schon geschnallt. Ein bisschen skurriler, ein bisschen chaotischer und immerhin – ein Liebespaar.

Fast zwangsweise sind dann auch ihre Fälle ein bisschen schräger und skurriler. Von der toten Bratwurst-Königin bis zum Zwillingsbruderverwechslungsmord. Dafür sorgen die Autoren Andreas Pflüger und Murmel Clausen. Auch heute Abend, mit ihrem dritten Fall.

Denn mitten im schönsten Streit zwischen Dorn und Lessing, wohin die Familie demnächst ziehen soll, werden sie in ein nahegelegenes Stahlwerk gerufen, wo eine Leiche in der Schlacke des Abstichs liegt. Und obwohl ein Abschiedsbrief gefunden wird, sind sich Dorn und Lessinig sicher: Roy Weischlitz (Florian Lukas) hat nicht Selbstmord begangen. „Es gibt eine Million Varianten, sich umzubringen – wer springt da freiwillig in kochenden Stahl?“

Die Ermittlungen führen zuerst zu Roys geliebter Schwester Siegrid (Fritzi Haberlandt). Dann zu Roys Ex-Kumpel Karsten (Thomas Wodianka), genannt „Flamingo“, weil er wegen Roy und einer Suff-Wette nur noch ein Bein hat. Und schließlich zu Zuhälter Frank (Sebastian Hülk) und dessen Perle „Irina“ (Nadine Boske), in die Roy so unsterblich verliebt war.

Dazwischen toben sich noch Kripo-Chef Stich, Polizeipflaume Lupo und Opi Weischlitz mit extravaganten Auftritten aus (Thorsten Merten, Arndt Schwering-Sohnrey, Carl Heinz Choynski), so dass es nicht wirklich überrascht, als plötzlich auch Roy wieder in der Geschichte mitmischt. Mit einer Menge Wut im Bauch, mit einem Schraubenzieher und bald auch mit einer Knarre. Ist dieser Kerl nicht totzukriegen?

So verrückt es klingt – am Ende ist genau das die Hauptfrage dieses absurden Krimis von Gregor Schnitzler (Regie). Es sei denn, manch einem ist die potenzierte Blödelei zu chaotisch. Dem stellt sich dann nur noch eine Frage: Ist das noch „Tatort“ oder schon Zuschauer-Verarsche?

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erstellt am 24.Apr.2016 | 16:38 Uhr

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