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Kultur

09. Dezember 2016 | 01:06 Uhr

Literatur : Surreale Welten: «Die hundert Brüder»

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Es ist ein Familienfest. Allerdings der ungewöhnlichen Art, denn nicht weniger als 99 von insgesamt 100 Brüdern nehmen an ihm teil. Sie versammeln sich an einem «elenden, aschgrauen Tag» in einer verfallenden Bibliothek im Nirgendwo, um das Schicksal der verschollenen Urne ihres Erzeugers zu erötern.

Unter ihnen sind merkwürdige Gestalten wie Milton, «das Sprachrohr von Geistern», der klinisch depressive Anton, der schizophrene Irv oder Pierce, «Entwerfer kompromisslos unrealisierbarer Bauten». Klar, dass das nicht gut gehen kann. Als der Tropenbotaniker Max schwer stürzt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Es kommt zu Katastrophen und Gewaltausbrüchen.

Fast 20 Jahre hat es gedauert, bis Donald Antrims fantastischer Roman «Die hundert Brüder» in Deutschland erschien. Das Werk hat surreal-klaustrophobische Züge. Weder die Außenwelt noch Frauen spielen hier die geringste Rolle. Und doch seziert Antrim in diesem merkwürdigen Roman wie unter einem Brennglas schwelende zwischenmenschliche Konflikte und gesellschaftliche Spannungen. Schmutzige

- Donald Antrim: Die hundert Brüder, Rowohlt Verlag, Reinbek, 224 Seiten, 12,99 Euro, ISBN 978-3-499-27077-2.

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erstellt am 28.Jul.2016 | 10:43 Uhr

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