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Kultur

09. Dezember 2016 | 04:58 Uhr

Ausstellungen : Sammler wollen Leihgaben zurück

vom

Eine Schau mit wertvoller chinesischer Kunst in Hildesheim muss vorzeitig schließen, weil Privatsammler ihre Leihgaben aus Verunsicherung über das neue Kulturgutschutzgesetz zurückziehen. Eigentlich sollte die Ausstellung «Schätze für den Kaiser» noch bis zum Januar in Hildesheim zu sehen sein. Nun ende sie am 24. Juli, teilte das Roemer- und Pelizaeus-Museum mit.

Eine Museumssprecherin sagte am Freitag, das Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters wolle mit den beiden Privatsammlern aus Köln und Hamburg Kontakt aufnehmen und versuchen, doch noch eine Lösung zu erzielen.

Das neue Kulturgutschutzgesetz wurde erst vor gut einer Woche im Bundesrat gebilligt, zuvor hatte es teils massiven Protest von Künstlern, Sammlern und Händlern gegeben. Das Gesetz soll den illegalen Handel mit Kunstobjekten verhindern, es verbietet die Ausfuhr von national wertvollem Kulturgut aus Deutschland. Einige Sammler befürchten nun, dass sie enteignet werden oder ihre Werke künftig nicht mehr außerhalb des Landes verkaufen können.

Ein Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sagte, im konkreten Fall seien die Sorgen der beiden Sammler völlig unbegründet. Im Gesetz sei eindeutig geregelt, dass national wertvolles Kulturgut nur solche Stücke seien, die identitätsstiftend für Deutschland seien. Außerdem sei Voraussetzung dafür, dass ein Werk das Land nicht verlassen dürfe, dass es zuvor von einer Sachverständigenkommission begutachtet und als national wertvoll eingestuft worden sei, sagte Grütters' Sprecher Hagen Philipp Wolf.

Die Hildesheimer Museumsdirektorin Regine Schulz sagte, sie könne die Entscheidung der Sammler nachvollziehen, bedauere sie aber. «Selbstverständlich verstehen wir die Ängste unserer Leihgeber, die sich absichern und ihr Eigentum schützen wollen.» Für das Museum sei die vorzeitige Schließung der China-Schau ein wirkliches Problem. «Nun müssen wir eine schnelle und attraktive Ersatzlösung für unsere Besucher finden.»

Die Ausstellung zeigt chinesische Kunst aus mehr als fünf Jahrhunderten. Die fast 300 Objekte stammen ausschließlich aus den kaiserlichen Manufakturen, sie waren zum Teil vorher noch nie öffentlich zu sehen. Zu den Glanzstücken zählt ein Paar kupferner Löwen aus der Qing-Dynastie, die einst der berühmten Opernsängerin Maria Callas gehörten.

Ausstellung Schätze für den Kaiser

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erstellt am 15.Jul.2016 | 15:09 Uhr

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