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Kultur

03. Dezember 2016 | 18:41 Uhr

Kunst : Russischer Aktionskünstler verurteilt

vom

Der russische Skandalkünstler Pjotr Pawlenski ist wegen einer Solidaritätsaktion mit der Ukraine symbolisch zu Haft verurteilt worden.

Er müsse die Strafe von einem Jahr und vier Monaten nicht absitzen, weil die minderschwere Straftat verjährt sei, befanden die Richter nach Medienberichten am Donnerstag in Moskau. Diese Aussetzung ist nach russischem Recht möglich.

Pawlenski hatte im Februar 2014 im Zentrum von St. Petersburg eine Barrikade errichtet und Reifen angezündet. Das war für ihn ein Zeichen der Verbundenheit mit den damaligen Massenprotesten auf dem Unabhängigkeitsplatz (Maidan) in Kiew.

Das Urteil erging in Moskau, weil Pawlenski dort wegen einer anderen Aktion vor Gericht steht. Im November 2015 hatte er versucht, die Tür am Hauptsitz des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB anzuzünden. Er deutete dies als Zeichen gegen staatlichen Terror.

In jenem Prozess argumentierte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch nicht etwa damit, dass der Künstler einen Anschlag auf die staatliche Sicherheit verübt habe. Pawlenski habe ein Kulturdenkmal beschädigt: In der gefürchteten Geheimdienstzentrale seien in den 1930er Jahren viele bedeutende Wissenschaftler und Künstler gefangen gewesen.

Bei anderen Kunstaktionen hatte sich Pawlenski aus Protest den Mund zugenäht oder seinen Hodensack auf dem Roten Platz festgenagelt.

Strafgesetzbuch Russland zu Aussetzung von Strafe (Russ.)

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erstellt am 19.Mai.2016 | 16:41 Uhr

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