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Kultur

07. Dezember 2016 | 09:39 Uhr

BBC Radio Sessions : Queen gehen auf Sendung

vom

Jahrzehntelang haben Queen die Musikgeschichte mitgeschrieben. Den Startschuss zur Weltkarriere gab die BBC.

John Peel hat von Anfang an die Stärke von Queen geglaubt. Der legendäre britische Radio-DJ empfand die frühen Songs der Band als neu und radikal - in seiner Show räumte er Queen immer wieder einen Platz ein.

Als Peel 2004 starb erinnerte Drummer Roger Taylor auch an die Frühzeit von Queen: «John Peel war der erste DJ in der Welt, der Queen spielte». Und Queen spielten für John Peel.

Im Februar 1973 lud er die Band ins BBC-Studio für eine Live-Session ein - Monate bevor das selbstbetitelte Debüt-Album der Band erscheinen sollte. Insgesamt sechs Radio-Konzerte gab die Band für die BBC, die jetzt auf der Doppel-CD «On Air» veröffentlicht wurden. Daneben gibt es auch eine 6 CD-Deluxe-Edition, die vor allem mit zahlreichen Interviews angereichert wurde. Federführend bei den Sessions war neben John Peel auch BBC-Urgestein «Whispering Bob Harris».

Die unglaubliche Radikalität, die John Peel in den frühen Songs von Queen entdeckt hat, erschließt sich nach über 40 Jahren vielleicht nur noch teilweise, nachdem die Band jahrzehntelang ein Topplayer war und die Hörgewohnheiten prägte. Bezeichnenderweise hat John Peel Queen weitestgehend aus seinem Programm genommen, nachdem die Punk-Revolution Wellen schlug. Obwohl auch Queen einst ein «God Save The Queen» aufgenommen hatten.

Das energetische Gitarrenspiel von Brian May, der extravagante Gesang von Freddie Mercury, der am 24. November vor 25 Jahren starb, und die komplexen Song-Strukturen prägen von Anfang an den Queen-Sound. Bei der ersten BBC-Session ist schon alles da, was Queen später groß machte.

All die späteren epischen Qualitäten von Queen finden sich auf das harmonischste und vielstimmigste vor allem in dem Song «My Fairy King» vereint, mit dem die erste BBC-Session eröffnet wird und in dem Freddie Mercury - auch als Pianospieler - zu ganz großer Form aufläuft. «'My Fairy King' war der erste Queen-Song, in dem Freddie all seine Fähigkeiten zeigte», sagte Brian May einmal.

Der Song soll auch Freddie Bulsara dazu inspiriert haben, seinen Nachnamen in Mercury umzubenennen, gibt es in dem Song doch die Textzeile: «Mother Mercury, look what they've done to me».

Die BBC-Sessions sind vor allem eine wunderbare Ergänzung zu den ersten drei Alben von Queen, die nach einer Radio-Pause von vier Jahren 1977 zur letzten BBC-Session antraten. Gibt es eigentlich ein Stadion auf dieser Welt, durch das noch nicht das «Boom, Boom, Clap» von «We Will Rock You» hallte? Vermutlich nicht. Etwas rarer ist da schon die Highspeed-Version, die Queen gleich nach einer Art Explosion an die klassische Version anschließen. Als Bindeglied gibt es ein paar Zeilen aus Herman Hesses Roman «Siddhartha». Schöner Kunstgriff einer kunstvollen Band.

Website Queen

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erstellt am 08.Nov.2016 | 14:13 Uhr

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