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Kultur

07. Dezember 2016 | 15:36 Uhr

The Bootleg Series Vol. 5 : Miles Davis: Ausschnitt eines Lebenswerks

vom

Eintauchen in die Aufnahme-Welt des legendären Miles Davis Quintet - das können Jazzfans jetzt mit «Freedom Jazz Dance». Teil 5 der Bootleg Series zum musikalischen Werk des Jazz-Bandleaders erscheint bei Columbia/Legacy Recordings.

Eingefleischte Miles-Davis-Fans finden das natürlich toll: Quasi im Studio zu stehen mit dem legendären Jazz-Trompeter. Seinen raren musikalischen Kommentaren zuzuhören.

Diese konzentrierte Arbeit des Miles Davis Quintets mit Wayne Shorter (Tenorsaxophon), Herbie Hancock (Piano), Ron Carter (Bass) und Tony Williams (Schlagzeug) ein bisschen wie live zu verfolgen. Wer so fühlt, sollte über den Kauf von «Freedom Jazz Dance: The Bootleg Series, Vol. 5» nachdenken. Das 3 CD-Set bietet über zwei Stunden unveröffentlichte Studio-Aufnahmen aus den Jahren 1966 bis 1968 und erscheint jetzt bei Columbia und Legacy Recordings. Wer einfach mal Jazz von Miles auflegen möchte, weil es zum guten Ton gehört, lässt lieber die Finger von der Box.

Anlass für die Veröffentlichung ist das 50-jährige Jubiläum des Albums «Miles Smiles», das am 24. und 25. Oktober 1966 im geschichtsträchtigen Columbia 30th Street Studio in New York aufgenommen und im Jahr 1967 veröffentlicht wurde. Enthalten sind die kompletten Session-Aufnahmen, also Musik samt Gespräche. Da hört man gleich zu Beginn der Session zu «Freedom Jazz Dance» Miles Ron Carter zurufen: «Verschluck' es, verschluck' alles...» Und Carter: «Yeah» und dann «Ah...shit». Die beiden diskutieren kurz, was nun mit Verschlucken gemeint ist. Miles gibt vor: «Verschluck einfach die Hälfte». Carter spielt und Davis stoppt: «Nein, das ist zu durchschnittlich...».

Die Zusammenstellung enthält aber auch die Masteraufnahmen des Songs «Nefertiti», eingespielt am 7. Juni 1967, Titelsong des gleichnamigen Albums von 1967. Für Miles Davis eine bedeutungsschwere Scheibe, wie er in seiner Autobiografie 1989 schrieb: «Mit diesem Album erkannten die Leute wirklich, was für ein großartiger Komponist Wayne Shorter war.» Am gleichen Tag entstand im Studio auch «Water Babies». Das gleichnamige Album erschien allerdings erst 1976, dann zusammen mit anderen Musikern.

Und von «Dolores», «Orbits» oder «Fall» gibt es jeweils einen Session und einen Master Take, ebenso wie von «Gingerbread Boy» und «Footprints». Mit Liebe fürs Detail ergänzt die Box ein fast 30 Seiten langes Booklet auf Englisch, unter anderem mit ausführlichen Liner-Notes von Ashley Kahn, Autor von «Kind of Blue: The Making of the Miles Davis Masterpiece» und Interview-Passagen mit Ron Carter und Wayne Shorter.

In der Reihe «The Bootleg Series» sind bereits erschienen: «Live in Europe 1967» (Vol. 1, 2011), «Live in Europe 1969» (Vol. 2, 2011), «Miles at the Fillmore - Miles Davis 1970» (Vol. 3, 2014) und «Miles Davis at Newport 1955-1975» (Vol. 4, 2015).

Miles Davis

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erstellt am 01.Nov.2016 | 13:14 Uhr

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