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Kultur

03. Dezember 2016 | 10:44 Uhr

Musik : Metallica: Fast so wütend wie früher

vom

Acht Jahre haben sich Metallica mit ihrem neuen Album Zeit gelassen. Wie satte, selbstzufriedene Millionäre klingen die Megastars aber nicht. Wut und Aggression sind die treibenden Kräfte: «Hardwired ...To Self-Destruct» geht zurück zu den Wurzeln.

Metallica haben mit der Ankündigung ihres von Fans heiß ersehnten neuen Studio-Albums nicht nur die Welt im Heavy Metal in helle Aufregung versetzt. Auch der Mainstream blickt der Platte «Hardwired ...To Self-Destruct» («Festverdrahtet... zur Selbstzerstörung») mit großer Spannung entgegen.

Die Rockgiganten aus den USA mit rund 110 Millionen verkaufter Alben sind der Subkultur des Thrash Metal schon lange entwachsen. Doch ihr spontan angesetztes Konzert kurz vor der Veröffentlichung des neuen Werkes atmete mit seinen 350 Besuchern in einem kleinen Berliner Club am Montagabend die Atmosphäre aus den Anfangstagen der Band. Damals waren Metallica noch wütende, rebellierende Kids. Uns so klang auch ihre Musik.

Rabiat und rasend schnell waren zum größten Teil auch die Songs an diesem Abend in der Hauptstadt - nicht nur Klassiker wie «Master Of Puppets» oder «For Whom The Bell Tolls», sondern auch das neue Material. Die Zuschauer feierten das Quartett frenetisch.

Die Zeit der Experimente ist vorbei, als die Band Grenzen austesten wollte und viele Fans wegen Aufnahmen mit dem Songwriter Lou Reed oder dem chinesischen Pianisten Lang Lang verärgerte. Es scheint fast, als wollten Metallica sich wieder mehr an ihren Wurzeln orientieren und der Welt beweisen: Wir können noch richtig Gas geben.

Diesem Eindruck trat Sänger James Hetfield allerdings entgegen. «Die einzigen Menschen, denen wir etwas beweisen wollen, sind wir selber», sagte der 53-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur: «Wir wollen Musik machen, auf die wir stolz sind. Ob es die Leute mögen oder nicht - das können wir nicht kontrollieren.» 

Schlagzeuger Lars Ulrich, der zusammen mit Hetfield 1981 in Los Angeles die Band gründete, ist mit dem Ergebnis des 11. Studiowerkes sehr zufrieden. «Vor ein paar Tagen hörte ich das Album im Flug nach San Francisco, und es klang großartig. Ich bin sehr glücklich», sagte der Däne.

Hetfield erachtet die acht Jahre zwischen «Death Magnetic» von 2008 und dem Nachfolger indes als zu lange. «Das hätte eigentlich nicht sein müssen, auch wenn wir viel um die Ohren hatten», räumt er ein. In dieser Zeit habe er fast vergessen, «wie toll es ist, Musik zu kreieren, die von anderen Menschen gehört wird». Hetfield und Ulrich sind die treibende Kraft der Band. «Hardwired ...To Self-Destruct» hat das Kreativ-Duo fast im Alleingang komponiert. Auch weil Lead-Gitarrist Kirk Hammett angeblich sein iPhone mit 250 musikalischen Ideen verloren hatte.

Hetfield thematisiert mit seinen düsteren Texten die dunklen Seiten seiner Persönlichkeit. Aufgewachsen in schwierigen Verhältnissen, musste er den frühen Krebstod der Mutter verkraften. Später folgten Alkoholsucht und die Schattenseiten des Ruhms. «Ruhm kann eine dunkle, gefährliche Droge sein», erklärte er. Einen Liedtext über seine Probleme zu verfassen, hilft ihm bei deren Bewältigung. «Wenn ich über die Dunkelheit schreibe, kann ich sie mit anderen teilen und besser damit umgehen», verdeutlicht er. Es sei besser, diese rauszulassen, «als wenn sie in meinem Inneren arbeitet».

Seine Familie bietet ihm Schutz und hilft ihm, den nötigen Abstand vom Rock'n'Roll-Business zu bekommen. «Familie ist das Fundament, dort fühle ich mich sicher», betonte Hetfield: «Wenn ich von einer Tour nach Hause komme, ist das wie eine Verwandlung. Ich werde dann daran erinnert, dass ich ein normaler Familienvater mit drei Kindern bin.»

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erstellt am 18.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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