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Highlight für Connaisseure : mESMO: Edel-Pop aus deutscher Produktion

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Als «Produzentenmusik» bezeichnen Vredeber Albrecht und Lars Precht ihr Debüt unter dem Projektnamen mESMO. Es ist ein knapp 40-minütiger Streifzug durch schöne Erinnerungen an ein pophistorisch weniger schönes Jahrzehnt.

Die 80er haben popmusikalisch einen recht miesen Ruf. Und ausgerechet dieser Dekade machen deutsche Indie-Musiker nun mit dem Studioprojekt mESMO ihre Aufwartung. Kann das gut gehen?

Und wie! Denn das Album «The Same Inside» (Staatsakt/Caroline), hinter dem vor allem die Musiker, Songschreiber und Produzenten Vredeber Albrecht und Lars Precht stehen, ist ein wunderbar entspannter Streifzug durch Motive und Melodien des britischen Pop-Adels der (nicht immer zu Recht) so berüchtigten Eighties: Lloyd Cole, The Blow Monkeys, The Style Council, Prefab Sprout, Aztec Camera, Scritti Politti, Pet Shop Boys.

Für diese Stilübung in großer Geste haben sich Albrecht/Precht den Drummer Manuel Ehlers, aber auch eine Reihe herausragender Gäste ins Boot geholt. So singt Dirk von Lowtzow (Tocotronic) das beschwingte «Available», Nicolai von Schweder-Schreiner (Veranda Music) die jazzigen Balladen «Relief» und «The Clink», sowie Zwanie Jonson den Gitarrenpop-Song «Home To You», der an glücklich durchtanzte Indie-Disco-Nächte in längst vergangenen Zeiten zurückdenken lässt.

Weitere Auftritte haben Justine Electra und Jens Friebe («Hold My Tears») oder Torsun Burkhardt in einer hübsch abgedrehten Version des Sixties-Popklassikers «Wichita Lineman». Mit sonorem Bariton gibt Pascal Finkenauer den atmosphärisch-bombastischen Opener «How Real Is The Sun Today?», Pit Przygodda (Go Plus!) ist windschief-charmant mit «Shimmering Light» zu hören.

Auch der unlängst wieder in Mode gekommene, sündteure Yacht-Rock der 70er flackert in dieser «Produzentenmusik» gelegentlich auf. Dass eine so smarte, toll arrangierte Sophisticated-Pop-Scheibe aus deutschen Landen kommt, verwundert nur auf den ersten Blick. Denn die Mitwirkenden haben schon früher ihre 70er/80er-Roots zu erkennen gegeben. Beispielsweise auch Blumfeld, die Hamburger Intellektuellen-Band, bei der sich Precht und Albrecht kennenlernten.

«mESMO» ist übrigens portugiesisch und bedeutet «das Gleiche». Aber nein, diese elf Songs sind keineswegs nur das Immergleiche, das man sonst oft im deutschen Pop hört. Sondern ein überraschendes Frühlings-Highlight für Connaisseure.

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erstellt am 11.Apr.2017 | 15:00 Uhr

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