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Kultur

05. Dezember 2016 | 03:28 Uhr

Kunst : «Majestätischer Ort»: Kunst im Dschungel

vom

«Komm mit uns mit, wir sind der Wald», sagt eine besänftigende Stimme tief im Dschungel. Sie kommt aus umfunktionierten Flaschenkürbissen mit Mikroprozessoren und Multikanalton, die über dem Pfad baumeln.

Es ist eine von 28 Skulpturen, die in der Scenic World ausgestellt werden, einer privaten Touristenattraktion in der australischen Region Blue Mountains, rund 100 Kilometer westlich von Sydney.

«Es geht uns darum, einen Ort zu schaffen, in den man eintauchen kann, der sowohl an Vertrautheit als auch an Vertreibung erinnert», erklären die australische Künstlerin Selina Springett und ihr italienischer Kollege Alessandro Berini ihr Werk.

Zu den anderen Exponaten gehören ein von einem Baum hängendes Grubenpferd, weißer Plastikmüll auf dem Boden, bewaffnete Koalas, die sich von einem Felsen abseilen, um den Wald zurückzuerobern, und verstreute 50-Dollar-Scheine, mit denen die «emotionale und intellektuelle Reaktion auf den Kapitalismus» infrage gestellt werden soll.

Zu der jährlichen «umweltfreundlichen Ausstellung» gehören diesmal Beiträge von 33 Künstlern aus verschiedenen Ländern. Ihre Werke sind entlang der mit knapp zweieinhalb Kilometern längsten Promenade Australiens zu sehen, am Rande des Blue Mountains Nationalparks. Die Ausstellung endet am 8. Mai.

Es gehe darum, für den Umweltschutz zu werben, erklärt Kurator Justin Morrissey. «Der Fantasie des Künstlers sind keine Grenzen gesetzt», sagt er. «Wir haben ein Team, das den Künstlern hilft, ihre Arbeiten anzubringen - unter der Aufsicht eines Ökologen, der darauf achtet, dass die Natur dabei bewahrt wird.»

Die Scenic World bietet unter anderem Gondelbahnen mit Glasboden und die steilste Eisenbahnstrecke der Welt, die in den urzeitlichen Wald führt. Nach eigenen Angaben empfängt das Ausflugsziel rund 900 000 Besucher im Jahr.

Seit der ersten Ausgabe der «Sculpture at Scenic World» im Jahr 2012 haben mehr als 500 Künstler an der Ausstellung teilgenommen. Der beste Beitrag wird mit 20 000 australischen Dollar (etwa 13 250 Euro) belohnt. Der Preisträger heißt in diesem Jahr Michael McIntyre. Er hat an Bäumen bunte Scheiben aus Rohr angebracht, die ausgestorbene Tier- und Pflanzenarten repräsentieren.

Die Region Blue Mountains ist rau und gebirgig, mit spektakulären Klippen, Eukalyptusbäumen, Farnkraut und hohen Wasserfällen. Sie gehört zu den Weltnaturerbe-Stätten der Unesco und ist ein beliebtes Wandergebiet. Die Blue Mountains werden zudem «Lunge von Sydney» genannt, weil sie die Fünfmillionenstadt mit Trinkwasser und sauberer Luft versorgen.

«Hier leben außerdem berühmte Künstler. Hier gibt es Geschichte und Kultur», sagt Morressey. «Es ist ein inspirierender Ort. Die Berge und Klippen sind skulpturenhaft. Es ist ein majestätischer Ort für eine Ausstellung.»

Website der Ausstellung

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erstellt am 20.Apr.2016 | 10:40 Uhr

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