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Kultur

04. Dezember 2016 | 13:21 Uhr

Transgender : Mädchen im Jungen-Körper: Alex Gino stellt «George» vor

vom

Die amerikanische Transgender-Aktivistin Alex Gino hat erstmals in Deutschland ihren Roman «George» vorgestellt. Titelheld ist ein Kind, das als Junge aufwächst, sich aber als Mädchen fühlt.

«Mom, was, wenn ich ein Mädchen bin?». Diese Frage würde George der Mutter so gerne stellen. Aber die Zehnjährige, die sich in ihrem Jungen-Körper und ihrem Jungen-Leben nicht richtig fühlt, traut sich (noch) nicht.

«George» ist die Titelheldin in dem jetzt auf deutsch erschienenen, gleichnamigen Roman von Alex Gino - eines der wenigen Kinderbücher über transsexuelle Heranwachsende. Beim Internationalen Literaturfestival Berlin stellte Gino sein Buch am Mittwoch erstmals in Deutschland vor.

«Es ist kein Buch für Trans-Menschen, sondern ein Buch mit einer transsexuellen Hauptdarstellerin», sagte Gino bei der Lesung vor elf und zwölf Jahre alten Berliner Schülern. Ihre eigene Trans-Geschichte sei ganz anders als die des Mädchens im Buch. «Ich hoffe, dass ich mit dem Buch anderen Menschen helfen kann.» In «George» gehe es nicht um einen Menschen, der herausfinde, dass er transgender ist - sondern darum, wie das Umfeld mit dem Coming-out umgeht.

Gino - in den USA geboren und aufgewachsen - bezeichnet sich selbst als transgender oder genderqueer. Als Mensch, der sich nicht dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zuordnen lassen will, benutzt Gino für sich die Anrede «Mx.» (sprich: «Mix») und nicht das Pronomen «she» («die») oder «he« («der»), sondern das neutrale «they».

Die Buchheldin George nennt Gino von Beginn an «sie», so dass der Leser das Erleben des Kindes aus weiblicher Sicht miterlebt. Ihrer besten Freundin offenbart sich George zuerst. Auslöser ist das Theaterstück, das zum Schulende aufgeführt werden soll - und in dem George unbedingt die weibliche Hauptrolle spielen will.

Und wie würden die Berliner Schüler reagieren, wenn ihr Klassenkamerad kein Junge mehr, sondern lieber ein Mädchen sein will? «Ich wäre erstmal erschrocken», meint ein Schüler. «Ich finde es mutig, dass man es zugibt», sagt ein Mädchen. Der Lesung und den Ausführungen von Gino - die Glitzer über alles liebt, ein ansteckendes Lachen und blau-lila Strähnen in ihrem Pferdeschwanz hat - hören die Jugendlichen mit großem Interesse zu.

Auch in einem Bilderbuch ist Transgender ein Thema. «Teddy Tilly» thematisiert das Anderssein für die Jüngsten. Die Australierin Jessica Walton, selbst Tochter einer transsexuellen Frau, schrieb die Geschichte über Teddy Thomas, der kein Teddybär mehr sein möchte - sondern lieber eine Teddybärin.

Website von Alex Gino

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erstellt am 14.Sep.2016 | 17:11 Uhr

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