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Kultur

06. Dezember 2016 | 11:23 Uhr

Premiere in Berlin : Katie Mitchell inszeniert erstmals Jelinek-Stück

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Bei ihr mischen sich Theater und Film auf der Bühne. Jetzt zeigt die Britin Katie Mitchell zum ersten Mal ihre Interpretation eines Jelinek-Werkes.

Das wichtigste Bühnenrequisit dieser Aufführung? «Das Auto!», sagt die britische Regisseurin Katie Mitchell (52) und lacht. Zum ersten Mal inszeniert die regelmäßig an der Berliner Schaubühne arbeitende Theatermacherin ein Stück von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.

In «Schatten (Eurydike sagt)» kehrt Eurydike aus dem Reich des Todes zurück ins Leben. Bei Mitchell unternimmt Eurydike, gespielt von Julie Böwe, diese Reise in einem weißen VW Käfer - beobachtet von Kamerafrauen, die ihre Bilder live für das Publikum übertragen.

Unterwegs erinnert sich Eurydike, wie sie zu Lebzeiten immer im Schatten ihres Geliebten Orpheus stand. «Es geht um die Neuschreibung der Geschichte», sagte Mitchell vor der Premiere am Mittwochabend über das Werk.

Durch den Einsatz der Kameras ist Mitchell stets ganz nah am Geschehen. «Im Theater kann der Zuschauer nicht alle Details im Gesicht des Schauspielers sehen», erklärte die Regisseurin ihre Arbeitsweise. «Durch die Kameras sieht jeder die Details. Mit den Kameras kann man auch etwas subjektiver sein, man kann sozusagen versuchen, in den Kopf der Figur zu gelangen», so Mitchell.

«Jelinek ist eine der bedeutendsten weiblichen Autoren des 20. und 21. Jahrhunderts», so Mitchell. «Ich kenne alle ihre Bücher. Elfriede Jelinek ist eine bemerkenswerte Künstlerin - ihr Ton, ihre Rage, die Schönheit ihrer Sprache, die feministische Linse, durch die sie blickt.»

Nach dem Brexit denkt die Britin Mitchell übrigens darüber nach, ihrem Heimatland den Rücken zu kehren. «Ich schäme mich gegenwärtig sehr, Britin zu sein. Und ich bin enorm stolz, eine Europäerin zu sein.»

Schatten (Eurydike sagt)

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erstellt am 27.Sep.2016 | 14:27 Uhr

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