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Kultur

07. Dezember 2016 | 13:32 Uhr

Fernsehpreisverleihung in New York : International Emmy Awards 2016 – Christiane Paul ist beste Hauptdarstellerin

vom

Die deutschen Produktionen „Deutschland 83“ und „Krieg der Lügen“ werden in New York ebenfalls ausgezeichnet.

Deutsche Fernsehmacher und Schauspieler haben drei International Emmys gewonnen und die Gala-Nacht in New York am Montag zusammen mit Großbritannien damit dominiert. Neben Schauspielerin Christiane Paul, die den Preis als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle im ARD-Film „Unterm Radar“ gewann, räumten auch die Teams hinter der RTL-Serie „Deutschland 83“ und dem Dokumentarfilm „Krieg der Lügen“ den begehrten Preis ab. Auch Großbritannien ging mit drei von insgesamt zehn Emmys nach Hause.

Nach einem Jahr ohne deutsche Nominierung war Deutschland dieses Jahr gleich für fünf Preise ins Rennen gegangen. Für die als beste Miniserie nominierte ARD-Serie „Nackt unter Wölfen“ reichte es bei der prominent besetzten Gala-Veranstaltung ebenso wenig wie für Schauspieler Florian Stetter, der für seine Rolle in der Serie als bester Hauptdarsteller nominiert war, aber Dustin Hoffman unterlag.

„Es ist der Wahnsinn. Das ist das Größte, was mir bis jetzt in meinem Leben passiert ist“, sagte die sichtlich gerührte Paul der nach ihrer Auszeichnung. Sie lobte den politischen Ton der New Yorker Gala, bei der Moderator Alan Cumming vor dem künftigen US-Präsidenten Donald Trump warnte. „Wahnsinn, wie dieses Land in der Auseinandersetzung ist. Das Land ist offensichtlich so aufgewühlt.“ Paul setzte sich unter anderem gegen ihre britische Kollegin Judi Dench durch, die etwa aus den „James Bond“-Filmen bekannt ist.

„Dass ich hier den Preis entgegennehmen darf, ist für mich ein ganz besonderes Erlebnis“, sagte der Produzent der Serie „Deutschland 83“, Jörg Winger. Er hatte seine Frau in der Millionenmetropole vor 14 Jahren geheiratet und sich mit ihr dann aber für ein Leben in Berlin entschieden. „Ich bin unglaublich froh und glücklich, weil sich für mich hier ein Kreis schließt“, sagte Winger.

Auch das Team um „Krieg der Lügen“ zur Vorgeschichte des Irakkriegs von 2003, der als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, war nach der Überraschung in Feierstimmung. „Wir haben damit angefangen, einen Film an der Filmhochschule zu machen, und wir machen unseren Abschluss mit einem Emmy“, sagte Regisseur Matthias Bittner, als er die goldene Trophäe entgegennahm. Der Film war als Abschlusswerk an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg entstanden. „Kein deutsches Filmfestival wollte diesen Film zeigen. Am Ende landest Du in den USA, worum es in diesem Film eigentlich geht“, sagte Bittner.

Das sind die deutschen Gewinnerfilme:

„Unterm Radar“

Christiane Paul gewinnt den Preis als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle im ARD-Film „Unterm Radar“. Darin spielt Paul eine Richterin und alleinerziehende Mutter, deren Familie nach einem blutigen Anschlag ins Visier der Sicherheitsbehörden gerät. Die Tochter soll am Attentat beteiligt gewesen sein. Auf der Suche nach der Wahrheit stößt die Mutter auf erschreckende Zusammenhänge in den Verfassungsbehörden. Der Film stelle die Frage, wie weit ein Rechtsstaat gehen darf, um seine Bürger zu schützen, werben die Macher.

Deutschland 83

Als beste Dramaserie gewinnt RTLs „Deutschland 83“. Die Serie spielt während der Ost-West-Spannungen des Kalten Krieges und handelt davon, dass der DDR-Grenzsoldat Martin Rauch (Jonas Nay) als Spion in die Bundeswehr eingeschleust wird. Regie führten Edward Berger und Samira Radsi, das Drehbuch schrieb die Amerikanerin Anna Winger.

Die Serie wurde bereits mit zahlreichen nationalen wie internationalen Preisen ausgezeichnet. Hauptdarsteller Jonas Nay erhielt erst kürzlich im Rahmen des Monte-Carlo Television Festivals die Goldene Nymphe in der Kategorie „Outstanding Actor/Drama TV Series“. Daneben wurde die Serie mit dem Peabody Award, dem Grimme-Preis, der Goldenen Kamera, zwei C21 Drama Awards sowie dem „Special Jury Award“ des RomaFictionFests geehrt. Auf dem Festival Seriés Mania wurde „Deutschland 83“ zur „Besten Serie der Welt“ gekürt.

Krieg der Lügen

„Krieg der Lügen“ von Regisseur Matthias Bittner erhielt einen Emmy als bester Dokumentarfilm. Der Film erzählt, wie der heute in Deutschland lebende Rafed Ahmed Alwan, auch als Curveball bekannt, 2003 mit einer Lüge über die Existenz mobiler Massenvernichtungswaffen den Irak-Krieg ausgelöst haben soll. Dabei beleuchtet der Film nicht nur die historischen Hintergründe und geht der Frage nach, wie sich der amerikanische Geheimdienst auf eine einzige Quelle verlassen konnte, sondern wirft auch einen tiefen Blick in die Psyche von Curveball. Der Film lief im Juni 2015 in der ARD.

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erstellt am 22.Nov.2016 | 08:28 Uhr

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