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Kultur

09. Dezember 2016 | 14:37 Uhr

ARD-Sonntagskrimi : Im „Tatort“: Unbedarft im Cyberspace

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Klug gedacht, schlecht gemacht - die Bremer Kommissare tapsen heute unbedarft im Cyberspace herum.

Im August erst mussten wir mit ansehen, wie die Stuttgarter Kommissare Lannert und Bootz sich in dem Versuch zuschanden grübelten, einem Super-Computer auf die Schliche zu kommen. Der hatte kurzerhand die Kontrolle über seine Herrchen und die dazugehörige Firma „BlueSky“ übernommen, um seinem Exitus durch Notabschaltung zuvorzukommen.

Daran erinnert, dürfte es uns schwer fallen, das Treiben der Bremer Kollegen Lürsen und Stedefreund ernstzunehmen (Sabine Postel, Oliver Mommsen), die heute Abend genauso unbedarft im Cyberspace herumtapsen.

Denn Vanessa Arnold (Adina Vetter), die Chefin einer Startup-Firma, stirbt bei einem Autounfall. Doch bald schon zeigt sich, dass irgendwer die Steuerelektronik ihres Wagens gehackt haben muss. So trifft unser Kripo-Duo in Arnolds Firma nicht nur auf einen Haufen blasser Nerds (Christoph Schechinger, Matthias Lier, Lasse Myhr), sondern auf eine virtuelle Welt, die sich anschickt, unseren Alltag zu dirigieren.

Vor allem in Gestalt von sexy Assistentin „Nessa“, einem digitalen Abbild von Vanessa Arnold, die mit ihrer künstlichen Intelligenz der Firma zum Durchbruch am Weltmarkt verhelfen soll. Nur, dass „Nessa“ – wie „BlueSky“ vor acht Wochen – ein eigenes „Bewusstsein“ entwickelt hat.

Klug gedacht, schlecht gemacht – so in etwa lässt sich auch dieses durchaus ambitionierte IT-Szenario beschreiben. Gute Miene zum bösen Cyber-Spiel macht dieser „Tatort“ nämlich nicht. Immerhin darf EDV-Elfe Linda Selb vom BKA nochmal ran, damit unsere Kriminalen nicht ganz so dumm aus der Wäsche gucken (Luise Wolfram).

Dennoch reicht es nicht für ein deutsches Update von „I Robot“ (mit Will Smith). Haben vielleicht einfach nur zu viele Köche an diesem Brei gerührt (Buch: Peter Henning, Christine Otto, Regie: Claudia Prietzel, Peter Henning)?

Fazit: Arme Tante Lürsen. Wenn Ahnungslosigkeit ein Gesicht bräuchte, Frau Postel könnte liefern.

„Tatort: Echolot“, 20.15 Uhr, ARD

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erstellt am 30.Okt.2016 | 11:03 Uhr

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