zur Navigation springen

Kultur

03. Dezember 2016 | 10:39 Uhr

Literatur : Gespräche mit Margot Honecker

vom

Auch im chilenischen Exil liebte es Margot Honecker preußisch-penibel. Die Böden ihres Hauses in Santiago waren blitzblank, kein Staubkorn wurde geduldet. Der Historiker Nils Ole Oermann war mehrmals zu Interviews bei der ehemaligen Volksbildungsministerin der DDR in Santiago. Zuletzt im April 2016, da war Margot Honecker allerdings schon schwer krank. Sie starb am 6. Mai im Alter von 89 Jahren an Brustkrebs.

In seinem Buch «Zum Westkaffee bei Margot Honecker» hat der Lüneburger Professor, der in Sachsen-Anhalt lebt, noch einmal seine «Begegnungen mit einer Unbeirrten» zusammengefasst. Der Autor rätselt dabei selbst, warum die sonst so misstrauische Honecker gerade ihm über so lange Zeit ihr Vertrauen schenkte. Schließlich stammte er aus der «BRD», dem Staat des Klassenfeindes. Oermannn vermutet, dass es vor allem seine Rolle als Professor war, als ein Mann der Bildung, die der Autodidaktin Respekt einflößte. Es ist wohltuend, dass sich Oermann seiner Interviewpartnerin nie anbiedert. Er behält stets eine professionelle Distanz und sieht Margot Honecker so, wie sie war: «Sie hatte ein Leben lang zweifellos einen Irrweg verfolgt - hart und unerbittlich.»

Nils Ole Oermann: Zum Westkaffee bei Margot Honecker. Letzte Begegnungen mit einer Unbeirrten, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 176 Seiten, 16,00 Euro, ISBN 978-3-455-50425-5

zur Startseite

von
erstellt am 12.Jul.2016 | 12:41 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert