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Kultur

25. Februar 2017 | 07:45 Uhr

Grand Départ : Fritz Kalkbrenner: Man muss loslassen

vom

Aus dem Schatten seines berühmten Bruders Paul ist Fritz Kalkbrenner längst getreten. Das beweist er einmal mehr mit «Grand Départ». Das neue Album ist «typisch Fritz Kalkbrenner» - und trotzdem anders.

Zwei Jahre nach «Ways over Water» meldet Fritz Kalkbrenner sich zurück. Auch auf dem neuen Album «Grand Départ» vereint der Berliner Elektro-Künstler druckvolle Bässe mit leichten Melodien.

«Grand Départ» ist mehr als seine Vorgänger inspiriert von Soul und Jazz und klingt trotzdem nach elektronischer Tanzmusik. Langsame und schnelle Beats wechseln sich ab, immer wieder begleitet von Streichern und Bläsern. Die Instrumente baut Kalkbrenner intuitiv in die Songs ein: «Ab und an gibt es den Vermissungsfaktor, da erschließt sich relativ leicht, was da fehlt.»

Gewohnt melancholisch klingen einige Stücke auch diesmal. Das liegt vor allem an Kalkbrenners markanter Stimme. Aber die Musik hat sich weiterentwickelt. «Man versucht ja als Musiker nicht so inzestuös in seinem eigenen Saft zu schmoren», sagt Kalkbrenner. «Was einfach war, darf jetzt komplizierter sein.»

Seine Songs schreibt der 35-Jährige «wann immer sie wollen». Er habe keine Routine. «Wenn man gerne Texte schreibt, dann drückt sich das früher oder später in den Fingerspitzen kribbelnderweise aus.» Schon jetzt habe er Ideen für das nächste Album.

Eine fixe Idee, wie das Album klingen sollte, gab es zu Beginn nicht, wie Kalkbrenner erzählt: «Das geht immer aus dem Nebulösen ins Konkrete». Inspiration könne dabei immer und überall kommen. Sie entsteht aus einem Sammelsurium von Erfahrungen, so Kalkbrenner. «Man wird älter, der Erfahrungsschatz wird größer, positiv wie negativ. Auf die Fresse fallen, verliebt sein, sich wieder trennen, alles.» Entsprechend philosophisch angehaucht klingen manche Texte.

Kalkbrenner lässt sich ungern in eine Schublade stecken, und das hört man. «Grand Départ» ist abwechslungsreich, und es hat Ecken und Kanten. Kalkbrenner stört das nicht, im Gegenteil. «Ich bin damit zufrieden», so der Musiker, «man hätte sich damit auch noch drei Jahre eingraben können, dann wäre es ein rundgelutschter Bonbon geworden.» Ab einer gewissen Zeit müsse man einfach loslassen. Passend dazu beginnt der erste Song «Don't You Say» mit den Worten «Not afraid to let go».

Website Fritz Kalkbrenner

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erstellt am 20.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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