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Kultur

02. Oktober 2016 | 00:19 Uhr

300 000 Besucher erwartet : Frankfurter Buchmesse richtet Blick auf Europas Krise

vom

Großbritannien schwächelt dieses Jahr auf der Frankfurter Buchmesse - dafür wird der britische Maler David Hockney kommen. Auch der Iran ist wieder dabei.

Die Frankfurter Buchmesse will in diesem Jahr den Blick auf die politisch-kulturelle Krise in Europa richten. Zugleich soll mit einem neuen Schwerpunkt auf den Bereich Kunst das Geschäftsfeld erweitert werden. Dies kündigte Buchmesse-Chef Juergen Boos am Donnerstag an.

Vom 19. bis 23. Oktober rechnet die weltgrößte Bücherschau, die sich als übergreifende Medienmesse versteht, erneut mit mehr als 7000 Ausstellern aus rund 100 Ländern.

Bei Fachbesuchern und dem allgemeinen Lesepublikum, das am Wochenende Zutritt erhält, wird sogar ein Plus prognostiziert. Insgesamt werden an den fünf Tagen rund 300 000 Menschen erwartet. Rund 4000 Veranstaltungen mit Hunderten von Autoren in und außerhalb der Messe sind geplant.

Dabei solle es auch um das bedrohte «Projekt Europa» gehen, wie Boos sagte. Der Blick werde aber auch auf die Gefahren für die Meinungsfreiheit in der Türkei, Polen und Ungarn gerichtet. Erwartet werden unter anderem die in ihrer Heimat gegängelten Autoren Boualem Sansal (Algerien), der 2011 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhielt, und Elif Shafak (Türkei). Zur Eröffnung der Messe am 18. Oktober wird EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) sprechen.

Ehrengast sind in diesem Jahr die Niederlande und Flandern. Die Autoren des gemeinsamen Sprachraums sorgen für einen Rekord: Rund 430 Neuerscheinungen in 130 Verlagen sind auf Deutsch angekündigt. Erwartet werden aus dem Gastland unter anderem Leon de Winter, Connie Palmen und Margriet de Moor.

Mit der Sonderschau «The Arts+» macht die Messe die Veränderungen an der Schnittstelle zwischen Kunst/Mode und Buchmarkt in der «Kreativindustrie» zum Thema. Erstmals sind große Museen wie das New Yorker MOMA auf der Messe dabei. Der britische Maler und Multimediakünstler David Hockney will zum Auftakt sprechen und sein neues Buch vorstellen.

Großbritannien selbst ist auf der Messe aber schwächer vertreten als früher. Dies sei weniger auf den Brexit als auf Verschiebungen im angelsächsischen Markt zurückzuführen, sagte Boos. Ebenfalls nicht kommen werden Bahrein, Kuwait und Saudi-Arabien. Die sei durch die Öl-Krise und die «politisch verhärtete Situation» dort begründet. Zugesagt hat dafür der Iran, der im vergangenen Jahr wegen des Auftritts von Salman Rushdie der Messe ferngeblieben war. Rushdie hatte in Frankfurt ein flammendes Plädoyer für die Meinungsfreiheit gehalten.

Frankfurter Buchmesse 2016

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erstellt am 15.Sep.2016 | 16:18 Uhr

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