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Kultur

09. Dezember 2016 | 06:57 Uhr

Pariser Kunstmesse gestartet : FIAC: Mit Qualität und Events gegen triste Zeiten

vom

Abkühlung auf dem Kunstmarkt und Terrorangst: Schwierige Startbedingungen für die Pariser Kunstmesse. Mit Neuerungen und Events setzt sich die Branchenmesse zur Wehr.

Paris (dpa) – Der Astronaut des belgischen Künstlers Jan Fabre ist mannshoch, und die Bronzehasen des britischen Bildhauers Barry kommen auf rund 5 Meter Höhe. Sie ragen in und vor dem Petit Palais in die Höhe, in dem erstmals ein Teil der Pariser Kunstmesse (FIAC) stattfindet. 

Der Einzug in das Prachtgebäude gehört zu den  Neuerungen, mit denen die Organisatoren versuchen, die schwierigen Zeiten zu bekämpfen. Denn der abgekühlte Kunstmarkt und die Terrorangst drohen, das Geschäft zu bremsen. Die Organisatoren befürchten vor allem das Wegbleiben bedeutender amerikanischer Sammler.

Die FIAC sei dieses Jahr besonders schön und qualitativ hochwertig, sagte die FIAC-Leiterin Jennifer Flay. Man wolle mit neuen Orten und Events Frankreich auf dem internationalen Kunstmarkt behaupten. Optimistisch gibt sich auch der Pariser Galerist Michel Rein. Es gebe immer mehr Sammler und Geld, auch wenn die Kunsthändler von dem Rückgang der Besucher in Paris nicht verschont worden seien.

Die Museen der französischen Hauptstadt haben seit den Attentaten im November 2015 einen Besucherrückgang von bis zu 40 Prozent verzeichnet. Auch die Biennale der Antiquitäten- und Schmuckhändler Anfang September hat die Terrorangst zu spüren bekommen. Statt 75 000 Sammler und Besucher wie noch 2014 kamen dieses Jahr nur noch rund30 000. Die Organisatoren der Biennale sollen einen Verlust von rund 2,5 Millionen Euro erlitten haben.

Die FIAC setzt in diesen unsicheren Zeiten auf bekannte Namen und einen neuen Look. Denn mit der Eingliederung des Petit Palais schafft die Messe ein nobles Ensemble aus neobarocken Prachtbauten und eine herrliche Flanierzone. Beide Paläste wurden anlässlich der Weltausstellung im Jahr 1900 eröffnet. Sie sind lichtdurchflutete und elegante Ausstellungsorte.

Das Petit Palais, in dem die FIAC die monumentalen Skulpturen und Installationen untergebracht hat, wird von der vierspurigen Avenue Winston Churchill getrennt, die anlässlich der FIAC zu einer Fußgängerzone umfunktioniert wurde. Die FIAC gehört damit zu den wenigen Messen, die sich in historischen und musealen Orten ausbreitet.

Die «Officielle» in der rund sechs Kilometer vom Grand Palais entfernten Cité de la Mode et du Design mit den jüngeren Galerien gibt es dieses Jahr nicht mehr. Das futuristische Kulturzentrum an der Seine sei für viele Besucher zu weit entfernt gewesen, erklärte die FIAC-Leiterin.

Das Angebot der mehr als 180 Händler deckt die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ab. Mit Werken der Moderne sind jedoch nur noch wenige Galerien bestückt. Bei Nahmad und der Galerie 1900-2000 fanden sich Arbeiten von Pablo Picasso, Joan Miró, Alexander Calder und Max Ernst. Rein zeitgenössisch ging es bei den Berliner Galeristen Neugerriemschneider und Eigen + Art zu, die Arbeiten von Ai Weiwei, Neo Rauch und Tim Eitel zeigten.

Prominent vertreten war auch Georg Baselitz bei Thaddaeus Ropac mit Gemälden und einer Kopfskulptur, die für 1,3 Millionen Euro zum Verkauf stand. Bei der VIP-Vernissage am Mittwochabend war die monumentale Arbeit noch zu haben. 

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erstellt am 20.Okt.2016 | 15:11 Uhr

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