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Kultur

08. Dezember 2016 | 15:27 Uhr

Ausstellungen : Expressive Blüte: Worpswedes wilde Zwanzige

vom

Durch die Künstlerkolonie Worpswede ging nach dem Ersten Weltkrieg ein heftiger Ruck. Die Ausstellung «Die wilden Zwanziger - Worpswede expressiv» blickt ab Sonntag (19. Juni) erstmals ausführlich auf die turbulente Zwischenkriegszeit des norddeutschen Künstlerdorfes.

Als eine der wenigen Künstlerkolonien überhaupt überdauerte Worpswede den Ersten Weltkrieg. «Es war eine erste Wiedergeburt und eine Neuerfindung», sagte der Geschäftsführer des Worpsweder Museumsverbundes, Matthias Jäger. Die auf Barkenhoff, Große Kunstschau, Kunsthalle und Haus im Schluh verteilte Sonderausstellung liefere «vier ganz unterschiedliche Zugänge zum Thema».

Der Barkenhoff beschäftigt sich unter dem Motto «Auf der Suche nach dem 'Neuen Menschen'» mit dem radikalen künstlerischen und politischen Wandel Heinrich Vogelers. Seinen einst feudalen Barkenhoff verwandelte er bis 1923 in eine kommunistisch-utopistische Kommune. «Vogeler versuchte, Kunst in den Dienst der neuen Sache zu stellen», sagte die Leiterin des Barkenhoffs, Beate C. Arnold. Bilder, Dokumente und rund 50 Fotos dokumentieren den Alltag in der «kommunistischen Insel».

Die Große Kunstschau widmet sich «Bernhard Hoetger und den Expressiven». Hoetger spielte eine entscheidende Rolle beim Ausbau des Worpsweder Kulturtourismus. Er machte Sonntagsausflüglern bei Kaffee und Kuchen Lust auf den Erwerb von Kunst und Kunsthandwerk. Zu sehen sind außerdem Arbeiten expressiver Maler wie Alfred Kollmar, Albert Schiestl-Arding oder Bram van Velde. Karen Russos Film «Haus Atlantis» läuft im Lichthof der Kunstschau. Die israelische Künstlerin setzt sich mit «der Überlappung von künstlerischen Ideen, Irrationalität und Nationalität im Werk Hoetgers» auseinander.

Während sich das Haus im Schluh an seine Zeit als «Künstlerherberge» für Maler wie Horacio Butler und Lisel Oppel erinnert, stellt die Kunsthalle das Oeuvre des Malers Willy Dammasch in den Mittelpunkt. Es ist die erste Retrospektive überhaupt, nach jahrelanger Recherche. Mehr als zwei Drittel der Bilder wurden laut der Kunsthallenleiterin Susanna Böhme-Netzel noch nie öffentlich gezeigt. Willy Dammasch kam 1922 nach Worpswede. Der gebürtige Berliner entwickelte sich vom Marinemaler über den Jugendstilisten hin zum immer abstrakter werdenden Expressionisten.

Seite des Museumsverbundes

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erstellt am 16.Jun.2016 | 17:20 Uhr

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