zur Navigation springen

Kultur

08. Dezember 2016 | 17:07 Uhr

Kultur : Elfriede Jelinek setzt sich für türkische Kollegen ein

vom

Wien (dpa) - Die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek (69) kritisiert die Untätigkeit der Schriftstellerverbände angesichts der Massenverhaftungen von Autoren in der Türkei.

«Ich höre nichts von meinen (Schriftsteller-)Vereinigungen. Vielleicht stecken sie derzeit ja im Gefängnis ihrer Badehosen oder Bikinis an irgendeinem Strand fest», schreibt Jelinek in einem Gastkommentar in der Wiener Tageszeitung «Der Standard» am Donnerstag.

«In der Türkei findet derzeit offenbar ein umfassendes Wissen statt, wer weg soll, wer verhaftet wird, wer wieder freigelassen wird, wer gefoltert wird, wer ein Geständnis macht und wer nicht», so Jelinek.

Sie fordere die Freilassung von allen willkürlich Inhaftierten in der Türkei, denen man keine Schuld am Putsch nachweisen könne. Besonders am Herzen lägen ihr zwei ältere Herren, der Politikwissenschaftler und Journalist Sahin Alpay sowie der Schriftsteller Hilmi Yavuz, die im Gefängnis ihres Wissens nach nicht einmal ihre Medikamente bekämen. «Vielleicht hat sich auch das inzwischen geändert, ich hoffe es», schreibt Jelinek.

Auch die Berliner Akademie der Künste prangerte die Einschränkung von Grundrechten in der Türkei an. «Die Akademie protestiert gegen das inakzeptable Vorgehen der türkischen Regierung gegen die Presse- und Meinungsfreiheit, ohne die es keine echte Demokratie geben kann», erklärte Präsidentin Jeanine Meerapfel an Donnerstag in Berlin.

«Wir fordern die türkische Regierung auf, die willkürlichen Festnahmen und Inhaftierungen von Intellektuellen zu beenden», so Meerapfel. Die Akademie der Künste ist eine internationale Künstlergemeinschaft mit mehr als 400 Mitgliedern.

In der Türkei sind seit dem gescheiterten Putschversuch mehr als 25 000 Menschen festgenommen worden, darunter viele Künstler, Journalisten und Lehrer.

Gastkommentar Jelinek

Homepage Akademie

zur Startseite

von
erstellt am 04.Aug.2016 | 15:39 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert