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Kultur

30. September 2016 | 15:28 Uhr

Bodo Kirchhoff und Thomas Melle : Deutscher Buchpreis 2016: Diese Autoren stehen auf der Shortlist

vom

Die Jury hat sechs Titel aus 178 Neuerscheinungen ausgewählt. Ihnen gemein sei „eine starke Bodenhaftung“.

Frankfurt/Main | Bodo Kirchhoff und Thomas Melle gehören zu den Finalisten für den Deutschen Buchpreis 2016. Auch Reinhard Kaiser-Mühlecker, André Kubiczek, Eva Schmidt und Philipp Winkler stehen auf der Shortlist, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Dienstag in Frankfurt veröffentlichte.

Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 verliehen. Er hat unter den vielen literarischen Auszeichnungen inzwischen die höchste Publikumsresonanz. Oft schaffen es die Sieger auf die Bestsellerliste.

„Die Romane der diesjährigen Shortlist decken ein breites inhaltliches Spektrum ab“, sagte Jury-Sprecher Christoph Schröder. Was sie gemeinsam hätten, sei „eine starke Bodenhaftung, der unmittelbare Bezug zur beobachteten Realität“. Schröder berichtete von „harten, kontroversen Gesprächen“ in der Jury. Er hofft, dass die Liste nun aber „die unbestrittene Qualität dieses Bücherjahres“ widerspiegele.

Die Übersicht über die Romane, die in diesem Jahr nominiert sind:

Autor Roman Verlag
Reinhard Kaiser-Mühlecker Fremde Seele, dunkler Wald S. Fischer, August 2016
Bodo Kirchhoff Widerfahrnis Frankfurter Verlagsanstalt, September 2016
André Kubiczek Skizze eines Sommers Rowohlt Berlin, Mai 2016
Thomas Melle Die Welt im Rücken Rowohlt Berlin, August 2016
Eva Schmidt Ein langes Jahr Jung und Jung, Februar 2016
Philipp Winkler Hool Aufbau, September 2016

Bodo Kirchhoff ist mit 68 Jahren der älteste Kandidat. In „Widerfahrnis“ bricht die Leidenschaft unverhofft über ein resigniertes Paar herein. Thomas Melle schildert in „Die Welt im Rücken“ seine manisch-depressive Erkrankung.

Philipp Winkler hat mit „Hool“ seinen ersten Roman vorgelegt. Er gibt darin einer Szene eine Stimme, die in der deutschen Literatur so gut wie nie vorkommt: den Hooligans. André Kubiczek erzählt in „Skizze eines Sommers“ von einem Jugendlichen in der DDR während sieben Wochen sturmfreier Bude.

Zwei Österreicher sind dabei: Reinhard Kaiser-Mühlecker und Eva Schmidt. Er schildert in „Fremde Seele, dunkler Wald“ den Konflikt zweier Brüder und den Niedergang ihres väterlichen Hofs. Sie erzählt in „Ein langes Jahr“ von stillen Nöten und spärlichen Freuden ganz normaler Menschen - und Hunden.

Für die Longlist hatte die Jury zunächst 20 Titel aus 178 Neuerscheinungen ausgewählt. Nun wurde die Liste auf sechs verkürzt. Der Sieger wird am 17. Oktober bekanntgegeben. Er erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autoren der Shortlist je 2500 Euro. Im vergangenen Jahr hatte der
Offenbacher Autor Frank Witzel den Buchpreis bekommen mit seinem Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“.

Die Autoren im Kurzporträt

Reinhard Kaiser-Mühlecker (33) wuchs in Oberösterreich auf. Er studierte Landwirtschaft, bevor er 2008 seinen ersten Roman veröffentlichte. Inzwischen liegen bereits sechs - mehrfach preisgekrönte - Bücher von ihm vor.

Bodo Kirchhoff (68), geboren in Hamburg, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Seine frühen Werke spielen oft im Rotlicht-Milieu. Sein bekanntestes Buch ist „Parlando“. 2012 war er schon mal für den Buchpreis nominiert.

André Kubiczek (47) wurde als Sohn eines Deutschen und einer Laotin in der DDR geboren. Er lebt in Berlin. Früher „literarischer Trashpilot“, heute seriöser Autor, beschreibt ihn der Börsenverein.

Thomas Melle (41) kam in Bonn zur Welt und lebt in Berlin. Drei Romane hat er geschrieben - alle waren für den Buchpreis nominiert. Neben seiner Autoren-Arbeit übersetzt er auch aus dem Englischen.

Eva Schmidt (64) wurde in Vorarlberg geboren und lebt heute in Bregenz. Nach vier Prosawerken legte sie eine schöpferische Pause ein - fast zwei Jahrzehnte lang. Nun ist sie zurück.

Philipp Winkler (30) stammt aus der Nähe von Hannover und lebt heute in Leipzig. Er studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und ist viel durch die Welt gereist. „Hool“ ist sein erster Roman.

 

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2016 gehören neben Christoph Schröder an: Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), Lena Bopp (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Berthold Franke (Goethe-Institut Prag), Susanne Jäggi (Librium Bücher, Baden), Sabine Vogel (Berliner Zeitung) und Najem Wali (Autor und Kritiker, Berlin).

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erstellt am 20.Sep.2016 | 13:36 Uhr

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