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Kultur

28. September 2016 | 15:41 Uhr

Ausstellung in Hamburg : „Der Horst-Janssen-Archipel“ im Altonaer Museum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Altonaer Museum zeigt sechs Themeninseln zu Leben und Werk des Hamburger Künstlers. Die Ausstellung ist bis zum 3. Juli geöffnet.

Horst Janssen ist wieder da – und zeichnet ein Selbstporträt: Mit Filmaufnahmen des Künstlers bei der Arbeit beginnt eine umfangreiche Horst-Janssen-Ausstellung im Altonaer Museum in Hamburg. Genreübergreifend widmet sich „Der Horst-Janssen-Archipel“ von diesem Mittwoch an dem Werk des Zeichners und Grafikers. Mehr als 240 Exponate des 1995 in Hamburg gestorbenen „Millionenstrichlers“ werden gezeigt, darunter Zeichnungen, Plakatentwürfe und Druckgrafiken ebenso wie beiläufig entstandene Arbeiten, Notizen, Briefe und Postkarten. Eine „multimediale Sehreise“ in die Welt des „einstigen Lokalmatadors“, um dessen Werk es zumindest in der Hansestadt museal ruhiger geworden sei, wollen die Initiatoren bieten.

„Für uns ist es ein Wiedersehen“, sagte die stellvertretende Museumsdirektorin Vanessa Hirsch über den Künstler, dessen Werke seit den 70er Jahren auch international ausgestellt wurden. Janssen – 1929 in Wandsbek bei Hamburg geboren, in Oldenburg (Niedersachsen) aufgewachsen und später wieder in der Hansestadt lebend – sei dem Haus über viele Jahre sehr intensiv verbunden und mit drei Ausstellungen (1982, 1989 und 1994) zu Gast gewesen.

Kuratorin Helene Roolf betonte, keine Überblicksausstellung präsentieren zu wollen – „was bei der schieren Masse von Janssen auch eigentlich fast unmöglich ist“. „Keine Retrospektive und auch keine monothematische Ausstellung“ sollte es werden, sondern die unterschiedlichen Grundzüge dieses Werkes nachvollziehbar machen.

Von „Ego-Zeichen“ bis „Entourage“ – in sechs Themeninseln ist „Der Horst-Janssen-Archipel“ gegliedert. In „Ego-Zeichen“ tritt Janssen den Besuchern in seinen „Selbsten“, wie er Selbstporträts nannte, gegenüber. Für seine „Maskerade und Selbstentblößung zugleich“ übte Janssen Posen und Grimassen vor dem Spiegel – auch dieser ist zu sehen. Mit dem Künstler als Kommunikator befasst sich ein weiterer Bereich, in dem es unter anderem auch um Janssens Arbeit an seinem Nachruhm geht – die unternahm er am liebsten selbst, wie Kuratorin Roolf erklärte. „Für Janssen war es extrem wichtig, dass er sich selber darum gekümmert hat, wie sein Werk an die Nachwelt kommt.“ Sei es durch eine enorme Buchproduktion oder Schenkungen an diverse Museen.

Wirkungs- und Inspirationsorte (von den wichtigen Hamburger Adressen bis hin zu Zielen in der norddeutschen Landschaft) werden ebenso thematisiert wie Janssen als Technikvirtuose – ob in Farbholzschnitten oder Radierungen. Der Bereich „Entourage“ widmet sich dem „weit verzweigten Netz aus Familie, Freunden, Anregerinnen, Druckern, Sammlern, Galeristen und Verlegern, das Janssen in Hamburg und darüber hinaus knüpfte“. „Eine frische Liebe oder deren Ende konnte der Anlass für einen neuen Werkezyklus sein“, betonten die Veranstalter. Selbst von Janssen verfasste Einkaufszettel an Drucker Hartmut Frielinghaus („Friely“) wurden zu kleinen Kunstwerken und liegen nun in den Vitrinen. Auch andere beiläufig entstandene „Kleinigkeiten“ gehören zu den Exponaten, ob illustrierte Morgengrüße, Polaroids ebenso wie „Promillezeichnungen“, erklärten die Initiatoren. Filmbeiträge lassen Janssen wieder lebendig“ werden.


„Der Horst-Janssen-Archipel“ im Altonaer Museum, Museumstraße 23, Di-So 10 bis 17 Uhr; Eintritt 7,50 Euro. Geöffnet bis 3. Juli.

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