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Kultur

10. Dezember 2016 | 13:54 Uhr

Dunkelheit und Melancholie : Christian Kjellvander: Meisterstück in Moll

vom

Der schwedische Singer-Songwriter Christian Kjellvander ist einer von der stillen, eher unspektakulären Sorte. Mit seinem neuen Album gelingt ihm jetzt nach 15 Jahren Solo-Karriere ein unerwartetes Meisterwerk.

Diese Stimme. Sie ist etwas ganz Besonderes, packt den Zuhörer quasi bei der Kehle. Irgendwo zwischen dem knödeligen Crooner-Gesang von Stuart Staples (Tindersticks) und dem weisen, tiefen Bariton eines Leonard Cohen.

Die Stimme gehört Christian Kjellvander, und der 40-jährige Schwede macht damit auf seinem neuen, bisher besten Album großartige Dinge.

Etwa in der Ballade «Riders In The Rain» mit der berührenden Zeile «Please forget me when I'm gone/I was never here». Das ist aber nur ein Beispiel für die wunderbare Mischung aus reifem Folk, textlichem Tiefgang und eindrucksvollen Vocals, die Kjellvander auf «A Village: Natural Light» (Tapete) endlich perfektioniert hat.

Die Platte ist passenderweise im Herbst erschienen, denn dies ist Musik, zu der man den Blättern beim Herabschweben zuschauen möchte, etwa zu den versonnen-faszinierenden Gitarrenlinien von «Misanthrope River». Auch das Cover-Artwork nimmt die verhangene, neblige Stimmung auf: eine nordeuropäische Landschaft, vermutlich in der Abend- oder Morgendämmerung.

Kjellvander ist - nach einigen Jahren in der Indierock- und Alternative-Country-Band Loosegoats - seit dem Debüt «Songs From A Two-Room Chapel» (2002) solo unterwegs. Wie so viele skandinavische Songwriter lässt er Dunkelheit und Melancholie der Heimat immer wieder in seinen Sound einfließen - Partylieder wird man von ihm kaum zu hören kriegen.

Damit blühte der Schwede freilich stets im Verborgenen, und man hatte ihm einen großen Wurf wie «A Village: Natural Light» irgendwie nicht mehr zugetraut. Dass diese Platte nun aus seinem soliden Gesamtwerk herausragt, haben zum Glück auch die wichtigen britischen Rock-Gazetten bemerkt: «It's a beauty», meint beispielsweise «Mojo».

Die Aufnahmen fanden in einer alten Kirche statt, die Kjellvander vor längerer Zeit in seiner Heimat gekauft und hergerichtet hatte. Die akustischen Möglichkeiten des Raumes nutzten der Sänger und seine Band, um ein erhabenes, fast schon sakrales Klangbild für ihre prächtigen Folkstücke und dunklen Popsongs zu erschaffen. Gemischt wurden die Lieder von Craig Schumacher (Calexico), gemastert von JJ Golden - berühmte Leute, die das Sahnehäubchen auf eine Meisterstück in Moll setzten.

Konzerte: 22.02.17 Hamburg; 23.02. Berlin; 24.02. Bielefeld; 25.02. Aachen; 26.02. Münster; 01.03. Zürich; 02.03. St. Gallen; 03.03. Vöcklabrück; 04.03. Schorndorf; 05.03. München; 06.03. Aschaffenburg; 07.03. Fürth; 08.03. Mainz; 09.03. Düsseldorf; 10.03. Bremen; 11.03. Dresden

Website Christian Kjellvander

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erstellt am 02.Nov.2016 | 12:44 Uhr

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