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Kultur

08. Dezember 2016 | 07:04 Uhr

Glaubhaft : Brasilien-Krimi mit politischer Brisanz

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In seinem Kriminalroman «Der stumme Zeuge» erzählt der Journalist Edney Silvestre von den Schattenseiten des Alltags in Brasilien. Spannende Lektüre mit politischem Anspruch.

Dass im Land der Olympischen Spiele und Paralympics 2016 nicht alles so ist, wie es sein sollte, ist hinlänglich bekannt. Dass in Brasilien Korruption und anderer Machtmissbrauch an der Tagesordnung stehen, die Kluft zwischen größter Armut und kaum überschaubarem Reichtum gigantische Ausmaße angenommen hat, auch.

Der Journalist und Fernsehmoderator Edney Silvestre (Jahrgang 1950) gewährt nun in seinem Kriminalroman «Der stumme Zeuge» einen ganz tiefen und ausgiebigen Blick in den politischen und wirtschaftlichen Sumpf seines Heimatlandes. Die fiktive, aber unbedingt glaubhafte Geschichte handelt von der Entführung des Sohnes eines vermögenden Geschäftsmannes, der Macht und Nähe zur Regierung skrupellos für seine persönlichen Interessen ausnutzt. Es ist erschütternd zu lesen, wie sich gewissenlose Banden - ganz gleich aus welchen Kreisen - einen Kampf liefern, bei dem Menschenleben und -schicksale keine Rolle spielen.

Die Story um den kleinen entführten Jungen, der zufällig das falsche Ziel war, enthält neben politischer Brisanz auch alles, was einen spannenden Krimi ausmacht: ein überzeugendes Sujet, erotische Elemente und viel Lokalkolorit. Silvestres Debütroman «Der letzte Tag der Unschuld» (2013) wurde bereits mit Preisen überhäuft. Sein neues Buch steht dem Vorgänger in nichts nach.

Edney Silvestre: Der stumme Zeuge. Limes Verlag, München, 224 Seiten, 19,99 Euro, ISBN 978-3-8090-2658-7

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erstellt am 11.Okt.2016 | 13:44 Uhr

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