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Kultur

09. Dezember 2016 | 14:42 Uhr

Literatur : Auma Obama eröffnet Literaturfestival in Hamburg

vom

Die kenianische Soziologin Auma Obama hat dafür plädiert, Flüchtlingen zwar Integration, aber keine Assimilation abzuverlangen. «Wenn man seine eigene Kultur verliert, verliert man die Identität», sagte die Schwester des US-Präsidenten Barack Obama in Hamburg.

Auma Obama hatte als junge Frau in Heidelberg Germanistik studiert und später in Bayreuth promoviert. In Hamburg eröffnete sie am Donnerstagabend vor rund 150 Zuschauern das sechste Kulturfestival «Die erneuerbaren Lesetage - Lesen ohne Atomstrom» in der Laeiszhalle.

An die Politiker appellierte Obama, Migranten genauer über ihre Chancen und Möglichkeiten aufzuklären. Derzeit gebe es oft Frustrationen aufgrund von Ungewissheit.

Außerdem wünschte sich die Initiatorin einer Kinder-Hilfsstiftung in ihrer Heimat, dass sich die Menschen im Westen weniger oberflächlich über den Kontinent Afrika und seine Bewohner informieren. «Wir wissen mehr über Euch als Ihr über uns», sagte die temperament- und humorvolle Wissenschaftlerin.

Bei einer Lesung aus ihrer Autobiografie «Das Leben kommt immer dazwischen» unterhielt Obama ihr Publikum in heiterem Ton mit einer Episode, in der sie Deutschland als kulturell sehr befremdlich wahrgenommen hatte.

So war sie als Studentin in eine typisch alternative Familie der frühen 80er geraten. Der Drogenkonsum und die Nacktkultur dort hätten sie schwer verstört, sagte sie. Erst in ihrem Studentenzimmer habe sie sich wieder sicher gefühlt, berichtete die Kenianerin, die von sich sagt: «Ein bisschen deutsch bin ich auch - weil ich hier gelebt habe.»

Bei den «Erneuerbaren Lesetagen» gibt es bis zum 27. April bei freiem Eintritt Literatur-Events an mehreren Orten der Stadt, unter anderem mit Beate Klarsfeld, Mojib Latif, Axel Milberg und Katja Riemann. Schriftsteller und Leser hatten das Festival 2011 als Reaktion auf die «Vattenfall-Lesetage» gegründet.

Die Erneuerbaren Lesetage

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erstellt am 22.Apr.2016 | 11:29 Uhr

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