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Kultur

08. Dezember 2016 | 17:10 Uhr

ARD : Aktueller „Tatort“: Zerreißprobe in Dortmund

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Lohnt sich das Einschalten? Unser Tatort-Experte Frank Kober hat die neue Folge bereits gesehen.

Ballerei auf offener Straße. Ein Jeep nietet einen Kurier der „Miners“-Rocker brutal von seiner Maschine. Zwei Männer springen aus dem Wagen und wollen dem am Boden liegenden Ralf Nowak den Rest geben. Doch der schießt zurück. Kugeln fliegen, Passanten stürzen, dann ist Nowak tot. Ebenso wie ein unbeteiligter junger Vater. Tobt in Dortmund ein Rockerkrieg?

Für unser „Tatort“-Quartett (Jörg Hartmann, Anna Schudt, Aylin Tezel, Stefan Konarske) deutet zumindest alles darauf hin. Denn kurz zuvor wurde „Miners“-Präsident Thomas Vollmer (Jürgen Maurer) aus der U-Haft entlassen. Das kann kein Zufall sein. Will ihm irgendwer mit dem Mord seinen Thron streitig machen?

Um den Tätern auf die Spur zu kommen, ist Kommissar Faber erneut jedes Mittel recht. Wie so oft, lässt er sich auch diesmal mit dem Gangsterboss ein. Motto: „Wenn ich den Hitlergruß zeigen muss, um an die Nazis ranzukommen, dann mach‘ ich das. Und wenn ich mit einem Rocker dealen muss, um zwei seiner Killer zu kriegen, dann mach‘ ich das auch“.

Genau deswegen hat Faber ja auch ein Disziplinarverfahren am Hals. Weil seine unorthodoxe Ermittlungspraxis auch schiefgehen kann. Zuletzt musste gar ein Informant dran glauben. Und genau deswegen mischt jetzt Johannes Pröll von der internen Ermittlung das Dortmunder Dezernat mit seinen Fragen auf (Milan Peschel). Wer kann hier noch wem vertrauen? Wie im Mordfall, so im Team – eine Lösung ist nicht in Sicht. Kein Wunder, Jürgen Werner (Buch) hat seine Mordgeschichte so konstruiert, dass der Nervenkrieg an allen Fronten kaum Zeit zur Besinnung lässt. Nicht mal für uns Zuschauer. So inszeniert denn auch Regisseur Thomas Jauch diesen Thriller als atemlose Hatz nach der Wahrheit. Ende offen. So offen, wie die Zukunft unserer Dortmunder Kripo-Truppe.

Nur eines steht fest: Irgendwann muss Faber Farbe bekennen. Als Teamplayer. Denn sein Selbstmitleid ist so wenig hilfreich wie sein mörderischer Fatalismus. Seien wir gespannt, wie das Gehacke weitergeht.

„Tatort: Zahltag“, 20.15 Uhr, ARD

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erstellt am 09.Okt.2016 | 11:35 Uhr

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