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Deutschland & Welt

10. Dezember 2016 | 00:09 Uhr

Landwirtschaft in Dänemark : Kräuter und Preiselbeeren sollen Antibiotika in der Schweinemast ersetzen

vom
Aus der Onlineredaktion

Dänemark will die Gesundheit seiner knapp zwölf Millionen Schweine mit schmackhaften Naturprodukten stabilisieren. Die Untersuchung richtet sich nicht nur an die Bio-Bauern.

Aarhus | Kräuter geben nicht nur einen Pfiff in geschmacklicher Hinsicht, sondern haben noch weitere heilende Wirkungen. Aus diesem Grund versuchen Forscher der Universität Aarhus derzeit eine Kräutermischung zu entwickeln, die die Widerstandskraft von Schweinen verbessern und auf lange Sicht den Zusatz von Antibiotika, Zink und Kupfer im Futter ablösen soll.

In der Schweine- und Hühnermast und jüngst auch bei einem Menschen sind bereits Erreger festgestellt worden, die gegen das Reserveantibiotikum Colistin resistent sind. Letzteres gilt als „letztes Mittel“ gegen schwere bakterielle Infektionen. Um diese Entwicklung der Resistenzgene zu entschleunigen, fordern Wissenschaftler eine rasche Reduktion beim Antibiotikaverbrauch in der Tiermast.

„Wir wissen, dass einige Pflanzenarten eine antibakterielle Wirkung haben, deshalb hoffen wir, dass dies zu einem gesunden Schweinedarm beitragen kann“, erklärt Martin Jensen, Forscher am Institut für Lebensmittel an der Universität in Aarhus, gegenüber der Zeitschrift „Ingeniøren“.

Er testet unter anderem eine Mischung aus Bärlauch, Meerrettich, Salbei und Preiselbeeren mit in einem künstlichen Schweinedarm. Anfangs war es gedacht, dass die Kräutermischungen nur für die Bio-Landwirtschaft interessant sein könnte, doch seit die Regierung die Anwendung von Antibiotika strenger reguliert, ist die Methode möglicherweise auch für konventionelle Bauern interessant. Wenn die Versuche in den künstlichen Schweinedärmen erfolgreich sind, sollen die Kräutermischungen an echten Schweinen getestet werden.

Überdies testen Forscher an der Universität Aarhus bereits seit Monaten den Einsatz vom Oregano im Futter für Rinder. Das „Rülpsen und Pupsen“ der Wiederkäuer macht 40 Prozent der Methangas-Produktion der Landwirtschaft aus und soll durch die Nahrungsergänzung gesenkt werden.

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erstellt am 16.Aug.2016 | 17:53 Uhr

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