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Kindernachrichten

03. Dezember 2016 | 16:44 Uhr

Menschenskinder : Wo sauberes Wasser Luxus ist

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Haritiana ist 15 Jahre alt. Jeden Tag schleppt das Mädchen mehrmals schwere Wassereimer. Doch es hat damit noch Glück.

Haritiana schleppt täglich schwere Eimer mit Trinkwasser nach Hause. Das Mädchen ist 15 Jahre alt und lebt auf der Insel Madagaskar. In der Wohnung seiner Familie gibt es kein fließendes Wasser. Das ist in dem Land für viele Menschen normal.

Fließendes Wasser zu Hause zu haben, ist ein Luxus. Madagaskar liegt im Indischen Ozean. Die meisten Menschen dort sind sehr arm. „Inzwischen komme ich vier Mal am Tag zum Wasserholen“, sagt Haritiana. Sie geht in ihrem Stadtviertel immer zum gleichen Wasserkiosk. Er ist elf Stunden am Tag geöffnet. Bezahlt ein Kunde, öffnet die Verkäuferin den Hahn und lässt das Wasser plätschern.

„Ich hole immer zwei Eimer voll Wasser“, sagt Haritiana. Ein Eimer fasst etwa 15 Liter. Haritiana schleppt also jedes Mal 30 Kilogramm weg! Denn ein Liter Wasser ist ein Kilogramm schwer. Das Wasser reicht ihrer Familie zum Waschen, Abspülen, Kochen und Trinken.

Dass es etwas wie einen Wasserkiosk gibt, ist gut. Denn in dem Armenviertel der Hauptstadt Antananarivo stapelt sich der Müll an den Straßenrändern. Das Wasser in den kleinen Kanälen und Tümpeln des Viertels ist verdreckt. Niemand hat Geld, sich eine Wasserleitung nach Hause legen zu lassen.

Außerhalb von Städten ist die Situation noch schwieriger. Dort müssen oft zu Fuß lange Wege zurückgelegt werden, um an einem Brunnen Wasser zu holen. Experten sagen: Auf dem Land hat nur ein Drittel der Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Für den Rest ist das Wasser eine Gefahr – es kann verunreinigt sein. Vor allem Kinder können von solchem Wasser heftigen Durchfall bekommen. Das kann schlimme Folgen haben. Weil die Menschen auf Madagaskar sehr arm sind und es nur wenig Ärzte gibt, sterben Kinder sogar an Durchfall. Hätten sie so gutes Trinkwasser wie in Deutschland, würde ihnen wohl nichts passieren.

Auf Madagaskar setzt sich zum Beispiel das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen dafür ein, dass mehr Menschen Zugang zu sauberem Wasser bekommen. Die Experten helfen unter anderem dabei, Brunnen zu bauen und Abwasser richtig zu entsorgen.

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erstellt am 27.Jun.2016 | 01:11 Uhr

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