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Kindernachrichten

10. Dezember 2016 | 06:00 Uhr

Krisen : Warum ein 14-jähriger auf bessere Zeiten hofft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Land Venezuela in Südamerika hat große Probleme. Der 14-jährigen Jhonny erzählt warum das so ist.

Jhonny Ramírez steht vor dem Krankenhaus der Stadt Valencia, er sieht traurig aus. Dabei hat seine Schwester gerade ein Baby bekommen. Valencia ist eine Stadt im Land Venezuela in Südamerika. Dem Land geht es derzeit sehr schlecht.

Es fehlen in den Krankenhäusern überall Medikamente und vor den Supermärkten gibt es lange Schlangen. Mehl, Reis und Milch sind kaum noch zu bekommen. Damit die Schlangen nicht noch länger werden, entscheidet die letzte Nummer auf dem Ausweis, wer wann einkaufen darf. Die Vier zum Beispiel heißt: Einkaufen mittwochs und samstags.

Venezuela ist eigentlich ein reiches Land, hier gibt es viel Gold und Erdöl. Der Staat verkauft das Öl in andere Länder. Diese Einnahmen sind für Venezuela sehr wichtig. Doch zurzeit ist der Preis für Erdöl niedrig. Deswegen verdient Venezuela nicht viel damit.

In dem Land gibt es nun weniger Geld, um damit zum Beispiel Lebensmittel und Medizin im Ausland zu kaufen. Außerdem hat das Geld in Venezuela viel an Wert verloren. Das bedeutet, dass Sachen aus dem Ausland für Menschen in Venezuela sehr teuer sind. Und viele sagen, die Regierung mache viele Fehler, was die Krise schlimmer mache.

An vielen Orten ist es sehr unsicher im Land. „Überall gibt es Banden und Diebe, man muss sehr aufpassen“, sagt Jhonny. Er ist 14 Jahre alt. Schlimm ist es auch, dass es nicht genug Lebensmittel gibt. „Ich habe nicht genug zu essen“, sagt er. „Ich habe schon lange kein Fleisch mehr gegessen.“ Früher gab es in der Schule immer Essen in der Kantine. Das sei seit einiger Zeit vorbei, sagt Jhonny. In der Schule fehlten in einigen Räumen außerdem die Fenster. „Und manchmal müssen wir auf der Erde sitzen, weil Stühle fehlen.“ In der Schule ist Jhonny aber schon seit zwei Monaten nicht mehr gewesen. Er hat eine Krankheit, die in Venezuela im Moment nicht richtig behandelt werden kann. Sein Blut fließt nicht richtig.

Deshalb hat er beim Laufen mit dem linken Bein große Probleme. Immerhin hat er nun einen Operations-Termin bekommen: Dafür muss er mit seiner Mutter in die Hauptstadt Caracas fahren.

Was besser werden soll? „Alles, mehr Essen, bessere Bedingungen zum Lernen in der Schule.“ In einem anderen Land war er noch nie. „Bisher noch nicht einmal in Caracas.“ Und sein Hobby? „Wir haben Papageien, ich bringe ihnen gern Kunststücke bei.“ Mit seiner Schwester Yumayris und der Mutter freut er sich über das gesunde Baby. Endlich mal eine gute Nachricht in diesen schweren Zeiten. Das Baby ist ein Junge. „Wir hoffen alle, dass es ihm besser gehen wird als uns heute“, sagt Yumayris.

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erstellt am 24.Jul.2016 | 16:12 Uhr

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