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Kindernachrichten

03. Dezember 2016 | 20:44 Uhr

Auf reisen : Spielen Chinesen Fußball?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sebastian geht in die Verlängerung, um hinter die Geheimnisse seines Gastlandes zu kommen.

Als das Ende meines Freiwilligendienstes in China herankam, war mir das eine Jahr zu wenig. Gerade erst hatte ich die Sprache soweit gelernt, dass ich auch mit den vielen Leuten, die kein Englisch können, wirkliche Unterhaltungen führen konnte. Also habe ich beschlossen meinen Dienst um drei Monate zu verlängern und nun doch erst Ende November nach Deutschland zurückzukommen.

Das gibt mir mehr Zeit, offene Fragen zu beantworten. So habe ich, als ich noch in Deutschland war, viel gelesen über den „großen Traum“ des chinesischen Präsidenten, die Fußballweltmeisterschaft zu gewinnen. Als ich dann in China ankam, war ich etwas überrascht, dass Fußball irgendwie gar keine Rolle spielte. Zwar gibt es an den meisten Oberstufen-Schulen einen Fußballplatz, aber der war die meiste Zeit leer. Die Schüler spielten Basketball. Und zwar auf sehr hohem Niveau.

Im Frühling änderte sich die Situation auf einmal. Zwei Schul-Fußballteams wurden aufgestellt, eins für Jungs und eins für Mädchen. Sie trainierten jeweils vier Mal pro Woche. Es sollte nämlich zum ersten Mal in der Geschichte Chinas ein landesweites Fußballturnier der Schulen stattfinden. Wer in seiner Stadt gewann, durfte sich mit dem Kreis messen. Die beiden Kreismeisterteams fuhren dann zehn Stunden in eine größere Stadt, um sich dort auf Provinzebene zu messen. Wer das dann gewinnen konnte, durfte am finalen Turnier teilnehmen. Mit den besten Schulteams aus ganz China.

Trotzdem war das Niveau bei den Spielen schon eher niedrig. Beim Training mussten die Schüler oft erstmal lernen, einen Ball mit dem Fuß zu schießen anstatt ihn mit den Händen zu werfen. Denn es ist nicht so wie bei uns, dass jeder mal als Kind gekickt hat und Ballgefühl bekommen hat.

Die beiden Teams meiner Schule haben sich tatsächlich sehr gut schlagen, verpassten aber knapp die Qualifikation für das Turnier auf Provinzebene.

Und ich jage immer noch jedes Mal beim Basketballspielen verzweifelt dem Ball hinterher, werde geblockt, mit Leichtigkeit abgewehrt und ausgetrickst. Und das, obwohl ich einen halben Kopf größer bin, als die meisten meiner Mitspieler.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 01:07 Uhr

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