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Kindernachrichten

10. Dezember 2016 | 21:34 Uhr

Menschenskinder : Samuel lebt in einem Armenviertel in Kenia

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Dienstag ist Weltkindertag. In diesem Jahr lautet das Motto: „Kindern ein Zuhause geben“. Wie leben Kinder eigentlich in anderen Ländern? Zum Weltkindertag hat uns Samuel aus Kenia erzählt, wie sein Zuhause aussieht.

Samuel ist neun Jahre alt. Er lebt in dem Land Kenia an der Ostküste von Afrika. Samuel wohnt dort in einem Slum in der Hauptstadt Nairobi. Ein Slum ist eine Wohnsiedlung, wo Menschen mit sehr wenig Geld leben.

Viele von ihnen wohnen in kleinen Häusern aus Lehm oder Wellblech. Es gibt nicht immer Strom. Wasser müssen Samuel und seine Familie mit Eimern und Kanistern an öffentlichen Wasserstellen holen. Der Slum, in dem Samuel lebt, heißt Kibera.

Samuel besucht die dritte Klasse in der Kara Kibera Grundschule. Am liebsten mag er Mathematik. „Wenn ich groß bin, wird das nützlich sein“, sagt Samuel. Er tut sich sehr leicht mit Mathe. Auch seine Lehrerin, Lilian Idagiza, sagt, dass er gut ist.

Später möchte Samuel Zimmermann werden. „Ich möchte Möbel bauen. Ich glaube das macht Spaß.“ Sein Papa arbeitet bei einer Sicherheitsfirma als Wachmann. In Nairobi gibt es viel Kriminalität. Immer wieder gibt es Einbrüche . Deshalb stellen viele Bewohner Wachmänner an, um auf ihre Häuser aufzupassen. Obwohl er viel arbeitet, verdient Samuels Vater nur wenig Geld. „Manchmal ist es schwierig für meinen Papa, die Schulgebühren zu bezahlen.“

Die Schule hat nur wenige Zimmer. Manchmal teilen sich Klassen einen Raum. Die Schüler sind aber sehr diszipliniert. Während ein Schüler mit einem Holzstock Wörter auf der Wandtafel durchgeht, wiederholen die anderen sie brav.

In der Pause gibt es Haferbrei in bunten Plastiktassen. Mittags essen die Kinder gemeinsam in der Schule. „Meistens gibt es Reis und Bohnen, oder auch Bohnen und Mais“, erzählt Samuel. Am liebsten isst er Hühnchen. Aber das gibt es höchstens am Wochenende zu Hause.

Von der Schule geht Samuel zu Fuß nur ein paar Minuten nach Hause. Ein enger Pfad führt zwischen Lehmhäusern und Wellblechhütten zu einem kleinen Haus. Dort lebt Samuel mit seinen Eltern und seinen kleinen Zwillingsbrüdern. Samuel schläft auf einem Sessel, weil es keinen Platz für ein zweites Bett gibt.

Bevor er nach Hause geht, spielt Samuel gern Fußball. Sein Team hat noch keinen Namen, aber wenn er ihn aussuchen könnte, würde er es „Die Löwen“ nennen. „Die sind nämlich stark“, lacht Samuel. Und sehr stolz. So möchte er auch sein.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 01:37 Uhr

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